Studium Wellington - Studieren in Wellington - Studium in Neuseeland

Studium in Neuseeland

Victoria University of Wellington - Universität in Wellington
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Institut Ranke-Heinemann

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Erfahrungsberichte - Victoria University of Wellington / Neuseeland


Michael Rajkowski: Jura [7/2008 - 6/2009]
Antje Köstering: English Literature [7/2007 - 8/2008]
Björn Raap: Rechtswissenschaften [6/2007 - 5/2008]
Britta Hoellermann: Geographie [2/2006 - 2/2007]
Markus Thoma: Jura [2/2005 - 12/2005]
Julia Kohout: Anglistik [2/2005 - 6/2005]
Henning Lutz: Master of Laws [2/2003 - 10/2003]

Erfahrungsbericht - Michael Rajkowski



1.Anreise

Das STA-Büro in Berlin mit Ranke-Heinemann Rabatt findet gute Verbindungen und liefert einen vorzüglichen Service was Umbuchungen anbelangt. Wer keine Zeit mehr zur Beantragung eines Visums hat oder Geld sparen möchte, kann dieses günstiger und unkompliziert vor Ort bekommen. Einfach als Tourist mit Rückflugticket einreisen, auf den Einreiseformularen nichts bezüglich des Studiums angeben und dann nach erfolgreicher Einreise den Rückflug später umbuchen (für Qantas Flüge z.B. nur 25€). Nun steht ein Gang zu Vic International an, wo es eine Visa-Stelle gibt. Die beste Variante um die zur Erteilung des Student Permit geforderte ausreichende finanzielle Ausstattung zu belegen ist dem Visa Beauftragten das Online-Konto mit entsprechendem Guthaben zu zeigen (kann danach wieder umgebucht werden).

Ansonsten ist v.a. für den Rückflug die USA Route empfehlenswert, wegen der doppelten Gepäckkapazität. Stoppover machen Sinn, da so der Jetlag geringer ausfällt und man noch günstig was von der Welt sieht. Unbedingt davor einem Vielfliegerprogramm einer Star-Alliance oder One-World Fluggesellschaft beitreten – lohnt sich auf jeden Fall! Wer dem Programm von Air New Zealand oder Qantas beitritt, kann die Punkte sogar direkt für weitere Flüge von Wellington aus verwenden.

2.Wohnen

Zuerst muss festgestellt werden, dass gerade zum Trimesteranfang der private Wohnungsmarkt ziemlich abgegrast ist. Zudem ist Wohnraum gemessen an den Einkommen und sonstigen Lebenshaltungskosten in Wellington meist auch relativ teuer. Wer sich also die anstrengende Wohnungs- bzw. WG-Suche nach der Ankunft sparen will, ist mit einem Wohnheimplatz, den man problemlos über den Accommodation Service der Uni bekommt am besten beraten. Weitere Vorteile sind der schnelle Anschluss an englischsprachige Flatmates oder „Nachbarn“ – tendenziell nicht unbedingt Kiwis, sondern auch Engländer, Amerikaner oder Kanadier im Auslandsstudium, da die Einheimischen oft a) zunächst nicht riesig an Ausländern , die bald wieder weg sind interessiert sind (Argument: wie viele ausländische Gaststudenten kennt man dann selbst?) bzw. b) auch meist wesentlich jünger sind (man ist ja keine 20 mehr…).

Empfehlenswerte Wohnheime ob der Lage sind Everton Hall sowie das Stafford House. Letzteres wird zwar dank der Wohnheimverwaltung (die sich auch in übertriebenen Verwaltungskosten niederschlägt) oft kontrovers gesehen – die Hausregeln erscheinen einem etwas auf 17-jährige zugeschnitten (monatliche Wohnungsinspektionen, Alkoholverbotsphasen, Gästebuch…). Nichtsdestotrotz ist die Lage gleich bei der Law School sowie die sonstige Ausstattung mit Fitnessraum etc. nicht zu schlagen. Kleiner Tipp: Kein Zimmer im obersten (13.) Stock nehmen! Alle Stockwerke darunter sind im Winter gut durchheizt, was man sonst dank miserabler Isolierung wohl in ganz Wellington nicht bekommt. Im 13. Stock kommt die Wärme allerdings irgendwie kaum an – die Heizung bleibt kalt, während man noch im 10. Stock fast schwitzt…

Allerdings sollte man sich die Option freihalten, dem Wohnheim den Rücken zu kehren, falls einem das ganze doch nicht mehr passt, oder man nach gewisser Zeit DIE perfekte Wohnung oder DIE perfekten Flatmates findet. Also möglichst keinen Jahresvertrag unterschreiben – wenn man im Juli anfängt, bekommt man ohnehin nur einen Vertrag bis November, wenn man im Februar anfängt, sollte man versuchen unter irgendeinem Vorwand auch nur einen kürzeren Vertrag zu bekommen…

Selbst habe ich das letzte halbe Jahr im „Carillon“, einem Motor-Inn (sprich Hostel) mit hauptsächlich langfristig dort wohnenden Leuten gewohnt. Aufgrund eines sechswöchigen Besuches meiner Freundin und davor längerer Abwesenheit aus Wellington (in der ich dann keine Miete zahlen musste) war dies der perfekte Ort. Die Lage nahe der Cuba Street und die unschlagbaren Preise für Einzelzimmer mit eigenem Bad sprachen für sich, sowie auch der (leicht chaotische) Charme dieses Ortes. Allerdings muss jeder selbst ausprobieren, ob er hier länger wohnen kann. Vieles dort ist leider etwas veraltet, geht ständig kaputt, und der Einfall von Lonley Planet Touristen (in dem es seit 2009 steht) haben die ruhige Idylle leider etwas zerstört. Uneingeschränkt ist das Carillon zu empfehlen, um ein paar Tage/Wochen auf Wohnungssuche zu überbrücken.


3.Programmwahl

Obwohl der LLM im Februar sowie im Juli begonnen werden kann, rate ich klar zu letzterem. Vorteil ist, dass hier weniger Studenten anfangen, und man schneller zu Kiwis oder anderen englischsprachigen Ausländern Anschluss findet, als wenn man mit einer großen Anzahl von anderen Deutschen anfängt. Dazu bringt man sich auch nicht um die beste Jahreszeit, den ganzen Sommer.

Ein Wort zur Art des LLMs: Ich selbst habe den LLM by Dissertation gewählt. Kurz gesagt glaube ich, dass dies mit Sicherheit eine sehr gute, wenn nicht die beste Wahl war. Man muss im Vergleich zur Thesis doch bedeutend weniger Wörter schreiben, und Abwechslung in Form eines 20 Punkte Kurses hat man über einer solch großen Arbeit durchaus nötig. Den „Advanced Legal Studies“ 10 Punkte Kurs muss ohnehin jeder belegen, nur zählt er bei Thesis Studenten nicht. Abgesehen davon ist man aber, was die ganzen Coursework Kollegen nicht sind: Flexibel. Man macht die Arbeit, wenn man Zeit hat, und kann dann Reisen und Besuch empfangen, wenn man (und das Wetter) es will.

Ein Thema muss meist nicht im Vorfeld gefunden werden. Am besten jedoch einen Supervisor. Einfach schauen, wer welches Rechtsgebiet abdeckt und den potentiellen Betreuer im Wunschgebiet anschreiben, auch mit möglichen Themenvorschlägen. So habe ich es mit Prof. Gorden Anderson getan, ein Arbeitsrechtler, den man nur empfehlen kann. Das genaue Thema haben wir dann nach gemeinsamer Diskussion erst vor Ort festgelegt.

Außerdem lässt sich mit einer Dissertation ein veröffentlichungsfähiges Werk erstellen, das einem Aufschluss über die persönliche Geeignetheit und Freude an einer später möglichen Promotion gibt. Ganz gewiefte Geister sollen sogar so weit gehen, ein LLM Thema in Deutschland zur Promotion auszubauen – geht allerdings meist bedingt durch das Thema nicht unbedingt, am ehesten vielleicht noch bei rechtsvergleichenden Themen. Dazu kann nur ermutigt werden, abgesehen von einer ordentlichen Ausstattung der Library mit deutschen Bücher ist Beck-Online über den Uni-Account zugänglich.

Wer nicht das Glück hat, einen englischsprachigen Akademiker zu kennen oder kennenzulernen, der ist bestens beraten mit seinem Geschriebenen regelmäßig zum kostenlosen Student-Learning-Support zu gehen, um das sprachliche Niveau der eigenen Arbeit sicherzustellen.


4. Konto

Besser als der „Geheimtipp“ mit der Deutschen Bank und Westpac ist folgendes: Ein Konto bei der Comdirect Bank. Für Studenten umsonst (man bekommt sogar noch Geld zur Eröffnung geschenkt), inklusive kostenloser Visa-Karte, mit der man an jedem Geldautomaten JEDER Bank in NZ umsonst Geld ziehen kann. Ich kam damit auch ohne NZ Konto aus. Dank des starken Euros war diese Entscheidung auch goldrichtig. Einziger Nachteil: Man hat kein Konto, d.h. wenn man etwas von Uni, Versicherung oder sonst wem (rück-)überwiesen bekommt, muss man immer auf Barschecks oder Freunde zurückkommen. Daher macht ein zusätzliches (günstiges, aber nicht kostenloses) Konto bei einer NZ Bank für Liebhaber des „Electronic Cash“ wohl schon Sinn. Abwägungssache, was weniger Stress bereitet (man muss es ja auch wieder kündigen, etc.).

5. Reisen

Macht eure Reisen in Neuseeland wenn möglich im Sommer! Wann auch immer ihr zwischen Dezember bis März könnt, nutzt die Zeit! Viele Outdooraktivitäten in NZ werden zwar das ganze Jahr angeboten, aber man sollte nicht unterschätzen, wie ungemütlich es von Mai bis Oktober sein kann! Und das meiste macht doch wesentlich mehr Spaß bei angenehmen Temperaturen. Wenn man im Winter reisen will, dann lieber nach Australien oder eine Pazifikinsel wie Samoa (wo praktisch immer Sommer ist, nur Regenzeiten beachten!). Einzige Ausnahmen von der Reise-Regel: Skifahren ist natürlich nur von Juli an angesagt (der Mt Ruapehu ist zwar kein Skigebiet, das mit Skigebieten in den Alpen mithalten kann – dafür ist das Gefühl auf einem Vulkan Ski zufahren und das Panorama aber einzigartig…), und ein Ausflug nach Rotorua macht sogar im Winter fast mehr Spaß – nur dann will man ja wirklich heiße Quellen sehen und in ihnen baden…

Wer sich etwas mit Autos auskennt, sollte einen Autokauf bzw. im Optimalfall sogar den Kauf eine Campervans in Erwägung ziehen. Ist wesentlich unkomplizierter und günstiger als in Deutschland. Ansonsten ist auch das Mieten eine gute Alternative – allerdings gibt es große Preisunterschiede, je nach Saison und Anbieter. Das Beste Preis/Leistungsverhältnis gibt es bei Omega Cars – die Autos sind kein Schrott, aber trotzdem günstig.

Wer gerne Kurztrips macht, kann sich am großen Wettbewerb durch die Billigflieger Pacific Blue und Jetstar erfreuen. So ist ein Flug nach Christchurch z.B. meist billiger als die Fähre auf die Südinsel. Auch Flüge nach Australien und die Pazifikinseln können sehr günstig zu bekommen sein.


6. Events in Wellington und Umgebung

Wenn möglich, nicht das jährliche Rugby-Sevens Turnier im Januar/Februar verpassen. Die ganze Stadt steht Kopf, alle sind wie an Karneval verkleidet – nur dass es SOMMER ist!

Ähnlich gut ist auch der (allerdings wohl nur alle 2 Jahre stattfindende) Cuba Street Carnival im Februar, bei dem es auch bunt, allerdings weniger beim Publikum zugeht, sowie St.Patrick’s Day im April, an dem man sich fast wie in Irland fühlt. Der Waitangi Day ist ein weiteres, als Nationalfeiertag auch mehr neuseeländisches Großereignis – wen derlei Feierlichkeiten nicht interessieren, der bekommt am selben Tage auch ein Reggae Festival im Stadtteil Hataitai zu sehen, mit Neuseelands besten Reggae Künstlern.

In der Region von Wellington lohnt sich wohl noch „Toast Martinborough“, eine riesige Sause im gleichnamigen sonst verschlafenen Weindorf im nahen Wairarapa im November – so früh wie möglich nach Karten schauen, da es schnell ausverkauft ist.

7.Fazit

Mein Jahr in Wellington war die beste Entscheidung und eine grandiose Erfahrung, die ich nicht missen möchte! Auf die Gefahr hin, als nicht ganz neutral angesehen zu werden, kann man Wellington meiner Meinung nach nur als schönste und vielfältigste Stadt Neuseeland sehen. Bei meinen Aufenthalten in anderen neuseeländischen Städten habe ich nirgends solch eine gute Mischung aus einem vorzüglichen Kulturprogramm (zahlreiche Theater), guten Sportmöglichkeiten (zu Land und zu Wasser, auch über die Uni), Nähe zum politischen Geschehen (das Parlament ist gegenüber der Law School), internationalem Flair (nicht zuletzt dank erschwinglichen und multinationalen kulinarischen Verlockungen an jeder Ecke) und auch guten Ausgehmöglichkeiten gefunden. Das alles begleitet von einem wunderschönen Stadtbild, eingebettet in einen herrlichen Naturhafen, die Natur nur einen Sprung entfernt (z.B. können im Kaori-Wildlife-Sanctury bei Nachttouren frei lebende Kiwis gesichtet werden – dies ist auf dem Festland praktisch sonst fast nirgends möglich).

Bei Fragen stehe ich Euch gerne zur Verfügung, meine Emailadresse ist über das Institut Ranke-Heinemann zu beziehen.


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Erfahrungsbericht - Antje Köstering



Studium an der Victoria University of Wellington (VUW)


Zu meiner Person

Ich bin Lehramtsstudentin mit den Fächern Englisch und Politik und habe mein Auslandstudium im 7. Fachsemster begonnen. In Neuseeland habe ich ausschließlich Kurse im Rahmen meines Englischstudiums belegt. Drei der fünf in Neuseeland belegten Kurse konnte ich an meiner Heimuni anerkennen lassen.


Wahl der Universität

Die VUW habe ich gewählt, da sie das für meine Bedürfnisse beste Kursangebot bot, sowie in der sehr schönen Stadt Wellington liegt und ich nur domestic fees bezahlen musste. Mit dem Service an der Uni war ich durchweg zufrieden. Man wird in den Einführungsveranstaltungen über alles Notwenige informiert und alle sind hilfsbereit und freundlich.


Wahl des Studiumprogrammes (Graduate Diploma)

Aus den folgenden Gründen habe mich entschieden ein Graduate Diploma (GradD) zu machen. Dies bringt folgende Vorteile mit sich. Erstens ist das Graduate Diploma, das es in mehreren Bereichen gibt (bei meinem lag der Schwerpunkt auf Englischer Literatur), ein Programm, das mit einem Abschluss abschließt. Das heißt, es ist ein Aufbaustudium, das sich an einen Bachelorabschluss anschließt, wie z.B. auch ein Bachelor of Honors. Dies macht einerseits bei späteren Bewerbungen einen guten Eindruck und außerdem kann es in einigen Fällen auch die Zulassung zu einem Master Programm mit sich bringen (dies muss mit der Fakultät besprochen werden).

Das Graduate Diploma hat den besonderen Vorteil, dass der Student relativ frei nach seinen Interessen aus verschiedenen Themenbereichen wählen kann. So habe ich einen Kurs in Maori Studies, einen in Linguistik und drei in Literatur gewählt. Zusätzlich bietet das GradD die Möglichkeit sowohl Kurse aus dem undergraduate als auch aus dem postgraduate Bereich zu wählen. Dies ist von besonderem Vorteil, da Kurse in Themengebieten besucht werden können, in denen der jeweilige Student über wenige oder keine Kenntnisse verfügt. In meinem Fall konnte ich „Anfängerkurse“ in Maori Studies (Vorsicht: die meisten werden auf Maori abgehalten, es gibt nur einige in Englisch), 200er Level und in New Zealand Literature, 300er Level. Dabei handelte es sich um Kurse im zweiten und dritten Studienjahr des Bachelor.

Da das GradD an der Victoria University of Wellington in den postgraduate Bereich fällt, können Studierende Nutzen vom neuseeländisch-deutschen Abkommen machen, welches besagt das Studierende im postgraduate Bereich nur die domestic fees bezahlen müssen, das heißt die neuseeländischen Studiengebühren. Somit kann man gut und gerne zwei Drittel der internationalen Studiengebühren einsparen. Somit eignet sich das GradD also besonders für Studierende die wie ich seine Kurse frei wählen, an der Heimuni anerkennen lassen und außerdem nicht nur ein halbes Jahr Study Abroad machen möchte.


Kursangebot

Das Kursangebot hängt von dem jeweiligen Studienfach sowie dem Level und dem Einstiegstrimester ab (die VUW scheint die einzige neuseeländische Uni mit Trimestern zu sein). Es kann online auf der Seite der Uni abgerufen werden und beinhaltet Themeninhalte, Kurskosten und Angaben über den Zeitpunkt des Kurses, sowie teilweise auch zu Literatur und Art der zu erbringenden Leistungen.

In Literatur werden relativ viele Kurse über zwei zusammenhängende Trimester unterrichtet. In diesem Falle ist der Einstieg im 2. Trimester/bzw. 2. Kursteil nicht möglich. Darauf sollte man bei der Kurswahl auf jeden Fall achten. Aufgrund der zusammenhängenden Kurse ist es ratsam zum 1. Trimester hin (ca. im Februar) das GradD zu beginnen, da dann die größte Auswahl besteht. Die Kurslevel sind folgendermaßen zu verstehen: 100er Level bedeutet 1.Studienjahr, 200er zweites, 300er drittes etc. 100-300er Kurse sind also Bachelor Level Kurse, 400er sind Bachelor of Honors Kurse und ab den 500er befindet man sich auf Master Level.


Arbeitsvolumen/Bewertung

Das Arbeitsvolumen ist relativ hoch, da in den Kursen viel internal assessment stattfindet. Dies bedeutet, dass oft zahlreiche Kursarbeiten und Tests während des laufenden Trimesters eingereicht werden müssen bzw. stattfinden. Bei zwei oder drei Kursen pro Trimester kann man mit Abgabe- und Testterminen in Abständen von ein bis zwei Wochen rechnen. Da ist diszipliniertes Arbeiten angesagt! Zusätzlich zu dem internal assessment finden meistens noch Abschlussklausuren am Ende des Trimesters statt.

Die Bewertungen waren meiner Meinung nach recht human und gerechtfertig. Trotz des Status als ausländischer und nicht (Englisch-) muttersprachlicher Studierender war es möglich, gute bis sehr gute Ergebnisse zu erzielen. Dies mag dadurch zustande kommen, dass die deutschen Studenten sich stärker für ihr Studium engagieren als die teilweise sehr „relaxten“ Neuseeländer.


Dozenten

Die Dozenten waren überwiegend sehr gut organisiert und haben großes Engagement bei der Betreuung der Kursteilnehmer gezeigt. Sprechstunden werden mit den Studierenden persönlich abgemacht, Emails zügig beantwortet und meistens wurden die versprochenen Termine für die Rückgabe der Kursarbeiten eingehalten. Viele Dozenten sind ohnehin dazu verpflichten Arbeiten innerhalb von 2 Wochen zu korrigieren, wovon ich an meiner Heimuni (Bremen) nur träumen kann.

Die Atmosphäre in den Kursen war angenehm. Dies lag besonders an den Dozenten, die allgemein lockerer als die deutschen sind. Bei undergraduate Kursen kann eine kühlere Atmosphäre herrschen, da die Kurse oft größer sind und die Dozenten somit nur schwierig ein Verhältnis zum einzelnen Studenten aufbauen können, bzw. die Studenten sich untereinander nicht gut kennen und schüchterner sind.


Kursgröße

Die Kursgröße hängt natürlich auch von der Studienrichtung ab. In meinem Maori Studies Kurs waren wir ca. 30 Studierende, in dem NZ Literature Kurs (300er Level) ca. 70 und in einem 500er Literaturkurs nur 10. Die Tutorien (nur in den niedrigen Levels) umfassen ca 10 bis 15 Studierende und werden teilweise vom Dozenten selbst geleitet.


Wohnen in Wellington

Der Einfachheit halber habe ich schon von Deutschland aus ein Studentenwohnheim ausgewählt, in das ich sofort nach meiner Ankunft einziehen konnte. Ich habe Stafford gewählt (alle Studentenwohnheime sind auf der Seite der VUW zu finden), da es in sich abgeschlossene und voll ausgestattete 3er WGs bietet. Was ich nicht wusste war, dass es in vielen Wohnungen/Wohnheimen keine Zentralheizung gibt. Das heißt dass man sich einen bzw. mehrere Heizlüfter kaufen muss und die Elektrizitätspreise in die Höhe schießen. Stafford hat eine Zentralheizung, die einen selten frieren (jedoch manchmal schwitzen) lässt. Ich würde jedem raten eine Wohnung/ein Zimmer mit Zentralheizung zu wählen!

Mit dem Wohnheim war ich im Großen und Ganzen zufrieden. Leider gab es im Februar einen Brand, der die Fahrstühle für mehrere Monate hat ausfallen lassen und außerdem einen Brandgeruch - bei dem man nicht wissen möchte welche Giftstoffe darin enthalten waren – mit sich brachte. Bei dem Brand wurde jedoch glücklicherweise niemand verletzt und die Sicherheitsvorkehrungen wurden noch mal verschärft.

Allgemein würde ich bei der Wohnungswahl auf dem freien Wohnungsmarkt auf folgende Dinge achten: Heizmöglichkeiten, keinen Schimmel an den Wänden (kann die Gesundheit schädigen, leider oft der Fall), Anbindung an das Verkehrsnetz und Lage. Wer gerne Parties um die Ecke hat ist in der Nähe Courtnay Place gut aufgehoben, wer er ruhiger mag sollte sich eher davon fernhalten. Immer daran denken dass Wellington sehr hügelig ist und ein scheinbar kurzer Weg sehr lang werden kann wenn man bergauf oder um eine Hügel drum herum laufen muss. Im Zweifelsfall z.B. in Google Earth nachsehen, wenn man nicht vorbeifahren kann.


Leben in Wellington

Wellington hat nicht zuletzt aufgrund seines Status als Hauptstadt eine große Auswahl an Freizeitaktivitäten (Filmfestivals, Museen, Theater und Konzerte, Kinos, nächtliche Clubszene, Uni-Clubs, Sport etc). Ich habe die Uni-Clubs nicht ausprobiert sondern bin voll in der Salsaszene Wellingtons eingetaucht, was zu vielen netten Kontakten geführt hat.

Einkaufen (Kleidung, Lebensmittel und alles andere) kann man gut im Stadtzentrum selbst. Wem es nichts ausmacht etwas aus dem Zentrum herauszufahren, kann günstiger in Kilbirnie (Nähe Flughafen) im Pack’n’Save und im sehr großen Warehouse etc. einkaufen. Im Warehouse gibt es so gut wie alles was man braucht (abgesehen von Lebensmitteln).


Fazit

Wer gerne mal über seinen Horizont herausschauen möchte, wem der Wellingtoner Wind (der fast ständig weht) nichts ausmacht und wer in einer netten Stadt mit Charakter wohnen möchte, kann sich guten Gewissens bei der VUW bewerben. Ich würde die Uni und auch die Stadt (wenn man es denn trennen könnte) immer ein zweites Mal wählen. Das Auslandsjahr hat mich in meiner persönlichen Entwicklung und auch fachlich weitergebracht. Ich würde daher die VUW jedem empfehlen!


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Erfahrungsbericht - Björn Raap



LLM Studium in Wellington, Neuseeland: 26.06.2007-22.05.2008

Nach 11 Monaten in Neuseeland kann ich sagen, dass die Entscheidung an der Victoria University of Wellington einen Master of Laws Studiengang zu absolvieren eine sehr gute war. Von meinen Erfahrungen möchte ich euch im Folgenden berichten.

1. An-und Abreise von Deutschland nach Neuseeland und umgekehrt

Meine Flüge habe ich über das STA Reisebüro in Berlin gebucht, das einen 5 % Ranke Heinemann Discount gewährt hat. Mit dem Service dort war ich sehr zufrieden, waren doch auch mehrfache Umbuchungen kein Problem. Ich habe mich für die Reiseroute über die USA entschieden, weil dort die Möglichkeit zur Mitnahme von zwei mal 23 kg Gepäck besteht. Für einen Jahresaufenthalt ist das doch deutlich mehr als die einmal 20 kg über die Asienroute. Auf dem Rückweg habe ich an einem "Stopover" Programm teilgenommen, d.h. der doch sehr lange und anstrengende Flug wurde in Los Angeles für 3 Tage unterbrochen. Leider war ich auf der Hinreise noch nicht so klug und bin die Strecke von Hamburg nach Wellington "in einem Rutsch" geflogen. Das kann ich niemandem empfehlen. Nehmt euch genug Zeit für An- und Abreise und unterbrecht den 33 Stunden Flug irgendwo. Air New Zealand bietet jetzt sogar Fidschi Stopovers!

2. Wohnen in Wellington

Die Universität hat einen hervorragenden Accomodation Service und kann euch bei der Wohnungssuche unterstützen. Weil ich Wohnungssuchen grundsätzlich nervig finde, habe ich mich schon von Deutschland aus um eine Unterkunft in einem Studentenwohnheim bemüht. So bin ich im Stafford House eingezogen und habe hier auch die gesamten 11 Monate "ausgehalten". Die Ausstattung der Wohnungen ist wirklich modern und komfortabel und die Lage zum Stadtzentrum und zur Law School einfach unschlagbar. Allerdings sind die "Kindergartenregeln" nicht jedermanns Sache und ich habe mich über eingeschränkte Besuchszeiten (um 22.30 Uhr müssen Tagesgäste gehen) und montalich stattfindende "Room Inspections" so manches Mal aufgeregt. Wer diese Regeln gar nicht akzeptieren kann und das Leben auf einem steilen Berg nicht scheut (es gibt aber auch Busse), sollte sich beim Wai-Te-Ata Wohnheim bewerben. Dieses ist auch sehr gut ausgestattet, bietet internationales Flair und ein wenig mehr Partymöglichkeiten als das Stafford House.

Wenn ihr euch privat etwas suchen möchtet, so könnt ihr euch in einem der zahlreichen Backpacker (am modernsten und schönsten ist wohl das Nomads Capital in der Wakefield Street) einquartieren und von dort aus die Wohnungssuche beginnen. Jurastudenten sollten sich in Richtung Thorndon orientieren. Das ist einer der ältesten Stadtteile Wellingtons, der gute Einkaufsmöglichkeiten und kurze Wege zur Law School bietet. Ein guter Pub ist auch vorhanden! Der Wohnungsmarkt ist für den Studienbeginn im Februar recht angespannt, im Juni ist es deutlich leichter eine angemessene Unterkunft zu finden.

3. Studieren in Wellington

Das Studium in Wellington hat mir sehr gut gefallen, wobei ich natürlich nur die Studienangebote der Law Faculty beurteilen kann. Ich habe den Masterstudiengang nach der Coursework Methode absolviert, was sich für mich im Nachhinein als die richtige Variante herausgestellt hat. Obwohl ich im Juni begonnen habe, war das Kursangebot meinem Verständnis nach durchaus attraktiv. Das Internship Programm der Uni kann ich leider nur bedingt empfehlen, da einige Praktika wirklich langweilig sind. Lasst euch da nichts andrehen. Das Praktikum bei der EPMU Trade Union war allerdings sehr gut. Wenn ihr schon ein tolles Thema für eine längere Arbeit in der Hinterhand habt, ist auch die LLM by Dissertation and Coursework Variante empfehlenswert. Die Themensuche vor Ort kann sich als sehr schwierig erweisen, so dass man ohne eine vernünftige "Vorabidee" lieber die Master by Coursework Variante wählen sollte.

Allgemein kann ich hier den Tipp geben: arbeitet hart während der Trimester, so dass die Trimesterbreaks zum Reisen zur Verfügung stehen. Schließlich ist man nicht nur wegen des Studiums im Lande. "Hart" arbeiten ist dabei allerdings auch relativ zu verstehen, war doch der Masterstudiengang meiner Ansicht nach niemals so schwierig wie die Vorbereitung auf das deutsche Staatsexamen. Vielleicht klingt das ein wenig arrogant. Aber ich denke auch, dass das einfach an der besseren Betreuung durch die Lecturer liegt. So erhält man doch sehr hilfreiche Tipps und kann sogar Entwürfe zur Korrektur einreichen. Ein weiterer Tipp, der vielleicht noch wichtiger ist: geht regelmäßig zum Student Learning Support Service und lasst dort eure Paper auf Grammatik- und Rechtsschreibfehler kontrollieren. Dieser Service ist wirklich sehr hilfreich und dazu noch kostenlos! Naja, ihr finanziert das durch eure Studiengebühren. In der heißen Trimesterphase habe ich dort jede Woche einmal einen Termin gehabt, was sich wirklich ausgezahlt hat!

3. Leben in Wellington

Das Leben in Wellington ist sehr angenehm! Ich habe es genossen, mit dem Lambdon Quay die Haupteinkaufsstraße unmittelbar vor der Haustür zu haben. Da wird das Souvenirshoppen leicht gemacht. Wenn man in Downtown Wellington lebt, ist man für den Lebensmittelkauf auf einen der insgesamt 4 New World Supermärkte angewiesen. Diese sind leider recht teuer, aber wenn man auf Angebote achtet (das ist deutlich trickreicher als in Deutschland) kann man die Lebensmittelkosten erheblich drücken. Der nächste günstige Pak'n Save Supermarkt ist in Kilbirnie gelegen, was eine halbstündige Busfahrt bedeutet. Nicht jedermanns Sache, um eben ein Toastbrot zu besorgen. Für die Lunchpause habe ich häufig auf Sushi zurückgegriffen. In unmittelbarer Law School Nähe gibt es aber auch ein reichhaltiges Angebot an anderen als japanischen Take-Away-Mahlzeiten. Diese sind deutlich günstiger als in Deutschland.

Kneipen gibt es in Wellington in Hülle und Fülle, das Clubleben war für viele Großstädter allerdings enttäuschend. Ich als Nicht-Großstädter war aber auch damit zufrieden. Solltet ihr unter anderem zum Feiern nach Neuseeland gekommen sein, achtet auf die strengen Alkohol-Spielregeln. Z.B. muss man im Supermarkt häufig eine ID vorzeigen, wobei der deutsche Personalausweis oder Führerschein nicht akzeptiert werden! Und ein Bierchen auf die Hand ist auch nicht zu empfehlen. Wellingtons Innenstadt ist "Liquor Free Zone".

4. Exploring New Zealand

So, last but not least noch ein paar Tips zur Erkundung Neuseelands. Wie schon gesagt, Trimesterferien sind zum Reisen da! Ich habe den ersten Midtermbreak gemeinsam mit drei Freunden zur Erkundung der Nordinsel genutzt. Zwei Wochen haben mir dafür ausgereicht, wobei man natürlich auch leicht mehr Zeit verbringen kann. Die Wahl der Reiseroute ist vollkommen euch überlassen und sollte vielleicht vom Wetter abhängig gemacht werden. Wenn an der East Coast schlechtes Wetter ist, orientiert euch gen Westen, und umgekehrt. Die Wetterunterschiede zwischen East- und Westcoast sind sowohl auf Nord- als auch auf Südinsel oft erheblich.

Ich habe sehr häufig gehört, dass die Südinsel viel schöner als die Nordinsel sein soll, kann mich dieser Aussage aber nicht anschließen. Zwar sind die Abel Tasman Strände im Süden wirklich mal der Hammer, Cathedral Cove auf der Coromandel Peninsula ist aber genauso schön. So denke ich, dass man nicht unbedingt mehr Zeit auf der Südinsel mit Reisen verbringen muss, sondern durchaus eine fifty-fifty Aufteilung zwischen Nord- und Südinsel angebracht ist.

Eine wichtige Frage ist natürlich die Wahl des Transportmittels. Viele internationale Studenten kaufen sich hier in Neuseeland ein Auto. Autos sind billig und reichlich vorhanden, Versicherungen recht günstig und der bürokratische Aufwand kaum der Rede wert. Jedoch sollte man sich mit Autos auskennen, was bei mir leider nicht der Fall war. Mein Auto, das erste eigene überhaupt, hat mitten im Nichts den Geist aufgegeben und konnte auch nicht wieder belebt werden. Also: Augen auf beim Autokauf! Wem das eigene Auto zu heikel ist (denn gerade in Wellington benötigt man kein Auto, und es können sich erhebliche Parkplatzprobleme ergeben), kann auch mit einem Mietwagen die Gegend erkunden. Mieten ist in Neuseeland sehr günstig und es sind reichlich Mietwagenfirmen vorhanden. Gute Erfahrungen habe ich hier mit ACE und Omega Car Rentals gemacht. Wer gern Bus fährt, kann auch auf diese Weise kostengünstig Neuseeland erleben. Allerdings war mir diese Fortbewegungsmöglichkeit nicht flexibel genug.


Soweit zu meinen Erfahrungen aus Wellington. Ich hatte dort eine richtig tolle Zeit und kann jedem nur raten, den Schritt ans andere Ende der Welt zu wagen!


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Erfahrungsbericht - Britta Hoellermann



Britta Höllermann, Victoria University of Wellington, School of Earth Sciences, Geography
Angestrebter Abschluss: BSc with Honours in Physical Geography

I. Allgemeines zum Studium in Neuseeland

Vorbereitung des Studienaufenthaltes von Deutschland aus (Kontakte mit Behörden am künftigen Hochschulort; Anschaffungen, etc.)
Hilfreich bei der Vorbereitung des Studienaufenthaltes war das Akademische Auslandsamt der Universität Bonn bzgl. Informationen zur Stipendienbewerbung, sowie das Ranke Heinemann Institut. Das Ranke Heinemann Institut übernimmt die vollständige Korrespondenz mit der ausländischen Universität, das spart Geld (vor allem Übersetzungskosten) und man hat keine Probleme mit der Zeitverschiebung.
Für das Stipendium ist es wichtig, dass man sich rechtzeitig um die Gutachter/n kümmert.
Das Sprachzeugnis ist sowohl für das Stipendium als auch die Bewerbung bei der Uni von Bedeutung. Der IELTS Test wird bevorzugt. Er ist ein wenig teurer als der TOEFL aber die Betreuung durch die Carl Duisberg Gesellschaft, die den IELTS deutschlandweit anbietet, ist angenehmer. Spezielles Vorbereitungsmaterial ist im Buchhandel erhältlich und durchaus zu empfehlen.

Einschreibung und Anerkennung der Leistungsnachweise
Um sich für einen Studienplatz zu bewerben müssen die bisher geleisteten Kurse seit dem ersten Semester durch das eigene Institut nachgewiesen werden. Dies gilt besonders, wenn man sich für „postgraduate studies“ interessiert. Im postgraduate Bereich kann man studieren, wenn man sechs Semester in Deutschland mit entsprechenden Studieninhalten abgeschlossen hat. Vorteile hierdurch sind zum einen reduzierte Studiengebühren (nur 1/3 der sonstigen Gebühren für Ausländer) und die Möglichkeit einen degree, bevorzugt den „Bachelor with Honours“ aber auch „Graduate Diploma“ (wird vor Ort eher nicht empfohlen, da dieser degree eher für Studienfachwechsler geeignet ist, die weniger Vorkenntnisse haben und allgemein geringer als ein Honours eingestuft wird, da auch Kurse aus dem undergraduate Bereich belegt werden) oder einjährige Masterprogramme in anderen Fachbereichen zu machen. Ein Honours oder Master degree gilt zudem als Qualifikation für ein PhD Studium oder auch für ein befristetes Arbeitsvisum. Wenn man sich für ein degree Programm entscheidet, sollte man rechtzeitig Kontakt zu Dozenten vor Ort aufnehmen um ein Thema für die zu schreibende Thesis zu überlegen. Es ist allerdings ist auch kein Problem, dies erst vor Ort zu macht, allerdings steht man dann etwas mehr unter Druck, weil der Zeitrahmen doch sehr knapp ist.

Die formale Einschreibung erfolgt vor Ort in einer Orientierungsveranstaltung, die ich nur empfehlen kann. Auch wenn diese Veranstaltungen von einigen Studierenden als langweilig bzw. Zeitverschwendung beschrieben werden, so kriegt man die Einschreibung dank der Veranstaltung innerhalb von zwei Tagen über die Bühne und hat die einmalige Möglichkeit, eine Menge internationaler Studenten auch über den eigenen Fachbereich hinaus kennen zu lernen.

Die Liste mit den besuchten Veranstaltungen reicht aus um die bisher erbrachten Leistungen nachzuweisen. Für eine Anerkennung der ausländischen Kurse würde ich raten, diese vorher mit einem Dozenten bzw. mit dem Prüfungsamt abzusprechen. Beispielsweise erkennt das Geographische Institut der Uni Bonn keinen Kurs als Oberseminar an. Dies sollte bei der Planung des Jahres mit bedacht werden.

Zahlungsverkehr und Versicherung
Auslandsüberweisungen sind sehr teuer und die Bezahlung der Studiengebühren mit Kreditkarte ist zu empfehlen. Für Geldverfügbarkeit vor Ort empfehle ich ein Konto bei der Deutschen Bank, da man an den Automaten der West Pac Bank kostenlos von diesem abheben kann. Der Wechselkurs ist in unseren Wintermonaten, ergo der Sommerhochsaison in Neuseeland, besonders schlecht. In diesen Zeiten sollte man den Geldtransfer aufs Minimum beschränken. Gegen Ende März ist der Wechselkurs mit fast 1:2 deutlich besser und bis in den neuseeländischen Winter/Frühling stabil, danach steigt er wieder.

Die Uni bietet eine Krankenversicherung an, die auch eine Haftpflicht- und Diebstahlversicherung beinhaltet. Man hat auch die Möglichkeit eine andere Versicherung zu wählen, allerdings sollte man vorher abklären, dass sie auch anerkannt ist, da Versicherungspflicht besteht. Trotz der ausländischen Krankenversicherung muss die deutsche Kranken- und Pflegeversicherung weitergezahlt werden, da in Deutschland ebenfalls Versicherungspflicht besteht. Das ist ein bisschen ärgerlich, man kommt aber nicht drum rum, es sei denn man exmatrikuliert sich, was keine wirkliche Alternative darstellt.

Wohnen (Zimmersuche und Miethöhe)
Wenn man sich für den Studienplatz rechtzeitig bewirbt, ca. 6-7 Monate vorher, dann hat man seine Zusage so rechtzeitig, dass man sich für ein Studentenwohnheim bewerben kann. Ich kann das Wai-te-ata sehr empfehlen. Es ist besonders für internationale und postgraduierte Studierende gedacht. Die anderen Wohnheime sind mehr für Studienanfänger gedacht und beinhalten auch noch volle Verpflegung. Die Kosten für das Wai-te-ata sind etwas höher als sonstige Mieten, dafür beinhaltet es Strom und Telefon, was nicht immer selbstverständlich ist. Außerdem verfügt jeder Raum über eine eigene Heizung, was ebenfalls eher selten ist.

Der freie Wohnungsmarkt ist zu Beginn des Jahres relativ knapp und ein Zimmer zu finden kann relativ stressig sein. Die Chance, dass man mit Kiwis zusammenlebt ist natürlich höher. Preise zwischen 100 und 180 NZD pro Woche sind realistisch. Das Wohnheim kostet 150 NZD pro Woche. Hilfe bei der Wohnungssuche gibt es ebenfalls durch den Accomodation Service der Uni, welcher sich während der Orientierungsveranstaltungen auch vorstellt und Wohnungsangebote aushängt.

Aufenthaltsgenehmigung
Es besteht Visumspflicht in Neuseeland, wenn man dort studieren möchte. Am besten man stellt einen Antrag rechtzeitig im vornherein bei der Neuseeländischen Botschaft in Deutschland. Der Papierkram ist derselbe und man hat alle Gedanken bezüglich des Visums aus dem Kopf, wenn man erstmal vor Ort ist. Victoria International, das zuständige Büro der Uni in Neuseeland für ausländische Studenten, bietet an, sich um Visa zu kümmern, allerdings habe ich von Kommilitonen nur Negatives über Victoria International gehört, was die Beantragung betrifft.

Soziales (Kontakte zu Studienkollegen, Freizeitgestaltung vor Ort, nützliche Adressen am Hochschulort)
Die Orientierungsveranstaltungen bieten eine sehr gute Möglichkeit, andere internationale Studenten kennen zu lernen, auch wenn die Inhalte vielleicht etwas langweilig sind, werden doch interessante Sachen wie eine Stadtrundfahrt, der Besuch des Marai’s, sowie diverse Parties angeboten.

Ansonsten bieten die Uniclubs, die sich in der zweiten Woche der Orientierungsveranstaltungen vorstellen, eine gute Möglichkeit neue Leute kennen zu lernen. Bei der Vielfalt der Clubs sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Sehr beliebt ist der Tramping (das neuseeländische Wort für Wandern) Club, da man neben Leuten noch gleichzeitig die nette Umgebung kennen lernt.
Für die weitere Freizeitgestaltung bzw. Erkundung der Umgebung eignen sich die Informationen der Touristeninformation am besten.

Wichtige Adressen bzgl. Gesundheitsfragen, der Universität, etc. bekommt man während der Orientierungsveranstaltung ausgehändigt.

Eine andere hilfreiche Institution ist das Support Learning Centre, das vor allem in den ersten Uniwochen sehr hilfreiche Veranstaltungen anbietet mit Themen wie: Wie schreibe ich ein Research Proposal / Literature Review? Zusätzlich bietet die Bibliothek gute Einführungsveranstaltungen an, die wirklich sehr lohnend sind.

II. Geographie an der Victoria University, School of Earth Sciences, Environment and Geography, Wellington

Kursangebot
Das Kursangebot ist im postgraduate Bereich relativ eingeschränkt, allerdings sind die Seminare sehr breit gefächert und ansprechend, was für die fehlende Auswahl im Bereich Physische Geographie und Human Geographie entschädigt. Außerdem besteht die Möglichkeit Kurse aus verwandten Bereichen wie Environmental and Development Studies zu wählen. Dies ist auch möglich, wenn man einen fachspezifischen Abschluss wie BSc(Hons) in Physical Geography macht. Regelmäßig angebotene Kurse sind z.B. Hydrology, Geomorphology (dieser Kurs beinhaltet eine sehr lohnende und lehrreiche Exkursion zur Südinsel), Hazards. Die Seminare umfassen neben einem Vorlesungsteil, Präsentationen der Studierenden und immer eine Diskussion. Das Niveau ist sehr hochwertig und ansprechend.

Wenn man einen Degree machen möchte, muss neben drei Kursen auch noch ein Research Project geschrieben werden. Hierbei erhält man sehr gute Unterstützung durch den jeweiligen Supervisor, hinsichtlich der Anleitung, aber auch der verfügbaren Ressourcen. Generell bietet das Institut auch sehr lohnende Seminare zum Erstellen von Abschlussarbeiten an, deren Teilnahme freiwillig ist. Die Klassen sind sehr klein, maximal 15 Personen pro Kurs, wobei ich im Schnitt nur mit 5 weiteren Kommilitonen unterrichtet wurde.

Arbeitsvolumen / Prüfungen / Feedback
Wenn man den Honours degree machen möchte, sollte man sich auf ein sehr arbeitsintensives Jahr einstellen. Die Kurse fordern relativ viel. Die Seminarzeit ist zwar sehr gering, aber für Assignments, Präsentationen und Essays muss viel extra Zeit eingeplant werden, die man neben seinem Research Project noch aufbringen muss. Es ist aber alles in allem ganz gut schaffbar, wenn man motiviert ist.
Üblicherweise schließt jeder Kurs mit einer Prüfung ab, in der der Stoff des ganzen Jahres abgefragt wird. Man bekommt jedoch sehr gute Hilfestellungen und das Lernvolumen ist gut zu bewältigen.

Jedes Assignment wird detailliert bewertet, so dass man genau weiß, wo man Schwächen hat bzw. seine Stärken liegen. Das Feedback ist -aus deutscher Perspektive- sehr überwältigend, da sich die Dozenten viel Zeit nehmen und ihr Urteil sehr genau begründen. Dies ist vermutlich auch notwendig, da viele Assignments auch noch von Dozenten anderer Universitäten kontrolliert werden, wenn Unstimmigkeiten bestehen.

Studenten / Dozenten Beziehung
Im postgraduate Bereich ist das Verhältnis zwischen Studenten und Dozenten sehr persönlich, was sich schon generell aus dem Englischen ‚you’ ergibt. Außerdem wird man als zukünftiger researcher behandelt und das in Deutschland übliche Hierarchie Denken ist hier nicht ausgeprägt.

Die Dozenten betreuen sehr individuell. Man wurde von den Dozenten ständig aufgefordert eigene Ideen zu entwickeln und durch offene Türen und offene Ohren zu jederzeit wurde man darin auch tatkräftig unterstützt. Zusätzlich kommen auf jeden Dozenten nur eine geringe Anzahl an Studenten, was diese individuelle Beratung ermöglicht. Generell nehmen sich die Dozenten intensiver Zeit für die Lehre.

Lernerfolge
Neben der Verbesserung der Englischkenntnisse, hat das Studium der Physischen Geographie meinen Wissensbereich stark erweitert, Perspektiven für weitere Forschungsvorhaben bzgl. der Diplomarbeit geöffnet und generell meine Leidenschaft für das Fach bestätigt.

Angebote der Universität bzgl. Ressourcen
Literatur Beschaffung ist unglaublich einfach. Die Hauptbibliothek bietet eine große Auswahl an Literatur (Bücher und Zeitschriften) welche durch die Bereichsbibliothek, zu der man als postgrad Student Sonderbenutzungsrechte hat, komplettiert wird. Zusätzlich ist eine Riesenauswahl an Zeitschriften online erhältlich. Um eine gute Übersicht über seine Literatur zu behalten, bietet die Bibliothek ein gutes Literaturdatenbank Programm (Endnote) an, welches man sich auch auf seinem eigenen PC installieren kann. Einführungskurse in dieses Programm, sowie generell in das Bibliotheksystem werden regelmäßig angeboten.

Wenn man für sein Project im Labor arbeiten muss, kann man dort selbständig arbeiten. Die Ausstattung war für mein Projekt sehr angemessen. Außerdem wurde das, was fehlte, schnellst möglichst besorgt.

Kann man keinen eigenen PC mitbringen, gibt es auf dem Campus viele Möglichkeiten am PC zu arbeiten. Zusätzlich bietet das Institut einen eigenen Postgrad Computerraum an, in dem meistens immer ein PC verfügbar ist.
Über seinen Studentenausweis hat man zu diesen Einrichtungen (Labor, Computerraum, Bereichsbibliothek) 24-h Zutritt. Zusätzlich kann man über 160NZ$ an Kopier- und Internet-/Druck- Kosten verfügen, wenn man für einen degree eingeschrieben ist.

III. Fazit / Kritik
Das Studienjahr war bezüglicher der zur Verfügung stehenden Ressourcen, der Lerninhalte, und Dozenten ein lohnendes Jahr. Besonders beeindruckt hat mich, wie viel Respekt einem von den Dozenten entgegengebracht wurde. Daher war die Lernatmosphäre sehr angenehm und befruchtend.

Negatives ist generell nicht zu berichten. Wie gesagt könnte das etwas eingeschränkte Kursangebot ein Minuspunkt sein, allerdings haben mich die Kurse so sehr angesprochen, dass das für mich nicht zutraf. Das Arbeitsvolumen war teilweise sehr hoch, allerdings haben immer wieder aufmunternde Worte der Dozenten und ihre Flexibilität bzgl. Abgabefristen, die Situationen entstresst.

Für ein erfolgreiches Jahr im Geographischen Institut an der Victoria University sollte man sehr viel Motivation und Interesse am Fach mitbringen. Mit dieser Voraussetzung meistert man auch die stressigsten Momente, bekommt das Arbeitsvolumen bewältigt und man verdient sich gegenüber der Dozenten einiges an Anerkennung.
Auch Neuseeland ist bürokratisch und man muss schon mal viele Dokumente ausfüllen, sich für vieles anmelden und eintragen. Allerdings wird man dabei unterstützt und erhält zumeist kompetente und freundliche Auskunft.


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Erfahrungsbericht - Markus Thoma



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Liebe Leserinnen und Leser,

vor Euch findet Ihr einen weiteren Erfahrungsbericht, der sich mit meinem Aufenthalt in Wellington von Februar bis Dezember 2005 befasst, währenddessen ich an der Victoria University einen Master of Laws (LL.M.) absolviert habe. Dieser Erfahrungsbericht soll weniger ein Ratgeber oder ein Informationsbroschüre sein, sondern vielmehr ganz subjektiv einige meiner Eindrücke und Erfahrungen wiedergeben, die ich während meines Neuseelandaufenthaltes machen konnte. Hinsichtlich ganz praktischer Tipps möchte ich auf den sehr informativen Bericht von Henning Lutz und die Hinweise des Instituts Ranke-Heinemann verweisen.

Ankunft
Um 23.25 Uhr des 07.Februar 2005 war ich nach langer Reise, die mich für mehrtägige Zwischenstopps nach Malaysia und Sydney gebracht hatte, an dem Ort angekommen, der für mich für die nächsten 11 Monate neues Zuhause sein sollte. Wellington, Hauptstadt und kulturelles Zentrum Neuseelands. Dicke Wolken und dunkler Nachthimmel hatten beim Anflug nicht viel von meiner neuen Heimat preisgegeben, die erleuchteten Häuser und Straßenzüge hatten lediglich zuerkennen gegeben, dass die Stadt in einer Bucht gelegen ist und sich weitläufig über unzählige Hügel erstreckt. „Wild at Heart“ war in großen Lettern an das Terminalgebäude geschrieben – eine Motto, das den Charakter Wellingtons äußerst treffend beschreibt, wie ich während meines Aufenthaltes noch feststellen sollte. Übermüdet, doch glücklich endlich an meinem Ziel angelangt zu sein, verließ ich das Flugzeug, erledigte problemlos die Einreiseformalitäten und passierte ebenso mühelos die strengen Quarantänekontrollen, mit denen Neuseeland die Einfuhr jeglicher Art von Krankheiten oder Seuchen zu verhindern sucht. In der Empfangshalle des Flughafens wurde ich bereits mit einem großen Schild Victoria University erwartet. Jim, Mitarbeiter des International Office der Universität begrüßte mich mit einem „How are you bro? Welcome to Wellington“ und drückte mir ein kleines „Welcome Paket“, welches einen Stadtplan, Informationen über die Orientation week und ein paar neuseeländische Süßigkeiten enthielt, in die Hände.

Ich war an diesem Abend nicht der einzige ausländische Student, der in Wellington ankommen sollte. Bereits in meiner Maschine hatten noch fünf andere Studenten gesessen, mit denen ich nun ins Gespräch kam, während wir auf eine weitere Maschine mit Neuankömmlingen warteten. Es stellte sich schnell heraus, dass die Mehrheit der Studenten, die aus dem Ausland an der Victoria University studieren, aus den USA, Deutschland und asiatischen Ländern kommt. So überraschte es nicht, dass mit der nächsten Maschine drei deutsche Studenten, zwei Amerikaner, eine Chinesin und eine Gruppe Malaysischer Studenten ankamen. Auf mehrere Großraumtaxis verteilt ging es durch das nächtliche Wellington zu verschiedenen Backpackern, in denen uns das International Office einquartiert hatte. Bei der 20minütigen Fahrt fiel mir die für meinen Geschmack recht ungewöhnliche Bauweise auf: die Stadtteile, die wir durchquerten, wiesen fast ausschließlich maximal dreigeschossige Bauten auf, die größtenteils aus Holz oder rohem Beton bestanden. Eine stadtplanerische Struktur mit einheitlicher Traufhöhe oder Bauart ließ sich nicht erkennen. Viele Häuser erweckten einen unfertigen Eindruck. Sollte ganz Wellington nur aus niedrigen Gebäuden und etwas chaotischer Struktur bestehen? Nach meinem Zwischenstopp in der Metropole Sydney wirkte Wellington auf den ersten (nächtlichen) Blick doch etwas provinziell.

Um 01.30 Uhr wurde ich schließlich mit vier weiteren Studenten am Backpacker „Wildlife House“ abgesetzt, welches mit seiner schwarz-weißen Zebrabemalung ein lustiges Äußeres aufwies. Die Rezeption war bereits geschlossen, doch wir fanden in Umschlägen mit unseren Namen die Zuteilung auf verschiedene Mehrbettzimmer und die jeweiligen Zimmerschlüssel. Etwas enttäuscht, dass nicht alle Vic Studenten in einem Zimmer untergebracht waren, machte ich mich in mein 6-Bett-Dorm auf und fiel todmüde in mein Doppelstockbett.

Erste Woche
Die erste Woche meines Aufenthaltes war von zwei Bestrebungen geprägt. Zum einen wollte ich möglichst schnell ein zentral gelegenes WG-Zimmer finden und zum anderen mich mit der neuen Stadt und der Universität vertraut machen. Ich merkte schnell, dass sich mein erstes Ziel als wesentlich schwieriger darstellte, als erwartet. Ich hatte bewusst auf eine Bewerbung um einen Platz in einem Studentenwohnheim verzichtet, da ich bei meinen Recherchen im Internet die Preise für die Universitätsunterkünfte für recht hoch angesetzt empfunden hatte, und ich mit möglichst vielen Kiwis in einer WG zusammenleben wollte, was bei Wohnheimen in den seltensten Fällen möglich ist. Bei meinem ersten Besuch im Accomodation Service der Universität war ich noch ganz hoffnungsfroh, dass ich schnell eine geeignete WG finden würde. Die Aushänge waren zahlreich und die Mitarbeiter äußerst hilfsbereit. Die ersten Telefonate lehrten mich aber, dass die meisten angepriesenen Zimmer bereits vergeben waren. Selbst bei tagesaktuellen Aushängen sah es in der Regel nicht besser aus. Hatte man jedoch mal Glück und erwischte ein noch offenes Angebot, so wurde man spätestens bei der Besichtigung enttäuscht. Nach einer kurzen Besichtigung des Zimmers folgte in der Regel der Hinweis, dass man seinen Namen und ein paar persönliche Angaben auf eine lange Liste mit anderen Bewerbern setzen möge. Nach fünf Minuten war die Besichtigung dann wieder vorbei und man wartete auf eine Nachricht per Telefon oder Email. Bei Zeitungsanzeigen sah es nicht viel besser aus. Auch hier waren die meisten Angebote selbst früh morgens bereits vergeben oder es wiederholte sich das beschriebene Procedere. Nach einer Woche erfolgloser Suche begann ich, meinen Entschluss, mich nicht bei einem Wohnheim beworben zu haben, etwas zu bereuen. Es schien so, als würden alle neuseeländischen und ausländischen Studenten sich um dieselben Wohnungen bemühen. Nicht selten traf man bei den Besichtigungen dieselben Konkurrenten oder konnte ihre Namen auf den Listen lesen. Ich sah mich schon für die nächsten Wochen im Backpacker wohnen. Doch wie das Schicksal so will, erhielt ich nach anderthalb Wochen einen Anruf vom Accomodation Service, dass für eine neuzugründende WG noch ein Mitbewohner fehle. Von da an ging es ganz schnell: innerhalb von drei Tagen wurde der Vertrag mit dem Vermieter unterzeichnet, und ich konnte in meine WG direkt am Kelburn Campus gelegen einziehen. Mit meinen Mitbewohnern hätte ich es nicht besser treffen können: Drei Kiwis, von denen jedoch nur eine einzige eine gebürtige Neuseeländerin war, wobei die anderen ursprünglich aus Südafrika und England/Japan kamen, einem Nordamerikaner und einem chinesischen Pärchen. Dieser kulturell bunt zusammengewürfelte Haufen machte das Zusammenleben nicht immer einfach, doch ungeheuer spannend.

Bereits während meiner intensiven Wohnungssuche hatte ich das Zentrum Wellingtons ganz gut erkundet. Ich hatte meinen ersten Eindruck von der Stadt als provinziell schnell revidiert. Zwar ist Wellington nicht mit einer Metropole wie Sydney zu vergleichen, doch bietet die Stadt alle Annehmlichkeiten einer Großstadt ohne dabei den Charme einer Kleinstadt völlig verloren zu haben. So sind alle interessanten Orte in der Stadt bequem zu Fuß erreichbar, doch gleichzeitig bietet die Stadt für ihre Größe ein beachtliches kulturelles Angebot. Auch das Nachtleben ist nicht zu unterschätzen. Neben meinen eigenen Erkundungen sorgte auch die Orientation Week der Universität dafür, dass ich recht schnell einen guten Überblick über die Stadt und die Universität bekam. Mit Stadtrundfahrten, Stadt- und Universitätsrallys und Pubcrawls wurden uns neuen Studenten die Reize Wellingtons und der Universität näher gebracht. Zahlreiche Einführungsveranstaltungen informierten über das Studium an der Victoria University, rechtliche und finanzielle Aspekte über das Leben als ausländischer Student und vieles mehr. Neben zahlreichen Informationen boten diese Veranstaltungen zugleich auch die Chance, andere Studenten oder Kommilitonen kennenzulernen. Besonders beeindruckend fand ich die Begrüßung der ausländischen Studenten durch die Maori Gemeinde der Universität.

Studium
Während der Hauptcampus der Universität in Kelburn liegt, befindet sich die juristische Fakultät auf dem Pipitea Campus, der sich zwischen Regierungsgebäuden und Hauptbahnhof erstreckt. Bereits am ersten Tag meiner Universitätsbesichtigung war ich vom Gebäude der juristischen Fakultät begeistert. Die Law School ist im restaurierten Old Government Buildings untergebracht, welches das größte Holzgebäude in der südlichen Hemisphäre darstellt und zugleich in der obersten Etage den neugeschaffenen neuseeländischen Supreme Court beherbergt. Unvergleichbar mit deutschen Jurafakultäten vermittelt das Gebäude bereits durch seine Geschichte, seine Ausstattung und seine Inneneinrichtung eine besondere Lernatmosphäre. Wo sonst auf der Welt kann man als Jurastudent seine Vorlesungen im ehemaligen Kabinettsraum der neuseeländischen Regierung mit Blick auf das Parlament hören, im Treppenhaus einen Supreme Court Richter treffen und sein Mittagessen im Pub umgeben von Parlamentariern einnehmen?

Da ich in Deutschland bereits für das erste Examen als Wahlfach Europa- und Völkerrecht gewählt hatte, wollte ich auch in Neuseeland Kurse mit ähnlichen Schwerpunkten belegen. Neben den obligatorischen Einführungskursen Advanced Legal Studies und Introduction into Common Law wählte ich daher als 40-Punkte Jahreskurs das Seminar International Law: Peace and Prosperity? und den 20-Punkte Kurs The Contemporary Law of Armed Conflict. Mein 40-Punkte Internship Programm absolvierte ich beim neuseeländischen Außen- und Handelsministerium. Die Qualität meiner beiden Hauptkurse empfand ich als sehr gut, auch der Aufbau der Kurse als Seminare mit Vorträgen der Studenten war im Kontrast zu deutschen Vorlesungen sehr angenehm. Die jeweils vortragenden Studenten waren gehalten, die 50min Vorlesung so interaktiv wie möglich zu gestalten, so dass der von deutschen Juraseminaren oft bekannte Frontalvortrag ohne Interaktion so gut wie nie vorkam. Der Arbeitsaufwand zur Vorbereitung der Seminare anderer Kommilitonen beschränkte sich in der Regel auf das Lesen des Seminarpapers und eines 100-Worte Kommentars auf dem kursinternen Blackboards (eine kursinterne Homepage). Wesentlich zeitintensiver hingegen war das Anfertigen der eigenen Seminarpaper, Kursabschlusspaper und der Masterarbeit. Hört man oft, dass der Erwerb eines LL.M. nur zum Ende mit der Anfertigung der Masterarbeit einen hohen Arbeitsaufwand erfordert, so ist dies an der Victoria University nicht der Fall. Von Beginn an ist man mit dem Erstellen von Papern und dem Vorbereiten der eigenen Vorträge beschäftigt. Nicht selten saßen wir bis abends und auch am Sonntag in der Fakultät, um unsere Arbeiten fristgerecht einzureichen. Da die Themen für die Paper aber fast ausschließlich frei gewählt waren, machte das Arbeiten an ihnen trotz des Zeitdruckes in der Regel viel Spaß (zumindest zurückblickend).

Besondere Erlebnisse und Erfahrungen
Trotz der doch erheblichen Arbeitsbelastung an der Universität fand ich noch genügend Zeit, das Leben in Wellington und Neuseeland zu genießen. Als besonders prägenden und schönen Teil meines Aufenthaltes empfand ich das Reisen in Neuseeland und den umliegenden Staaten. Während des Mid-trimester breaks erkundete ich für zwei Wochen die Nordinsel, den Mid-year break verbrachte ich auf Fidschi und im Anschluss an das Studium reiste ich drei Wochen über die Südinsel und drei Wochen durch Australien. Nicht ein einzelner Ort oder ein einzelnes Erlebnis, sondern das Zusammenspiel von Erfahrungen mit den Menschen, die ich auf den Reisen getroffen habe, und der Natur, die ich in langen Wanderungen erkundet habe, haben das Reisen zu einem besonderen Erlebnis gemacht. Der Kepler-Treck in den Fjordlands, das Jetboaten in Queenstown, die Klettscherbesteigung in Franz Josef, das Kajaken im Abel Tasman Park, das Skifahren in Whakapapa, das Skydiving in Taupo, das Sandsurfen am 90-Miles-Beach oder der Segeltörn in der Bay of Islands sind nur ein kleine Auswahl dessen, was ich als beeindruckende Erlebnisse bezeichnen kann.

Als besonderes erwähnenswertes Erlebnis empfand ich neben dem Reisen noch die Veranstaltungen zur Graduation zum Abschluss des Masterkurses. Während in Deutschland das Ablegen des Ersten Juristischen Staatsexamens in der Regel sehr formlos begangen wird, wird das Bestehen des Masters geradezu zelebriert. Die Graduation beginnt mit einer Parade aller Absolventen eines Jahres durch der Stadt. Gekleidet in die Graduationrobe der Universität und ausgestattet mit bunten Luftballons schreitet man die Hauptverkehrsstrasse entlang, die von Freunden, Familie und zahlreichen Schaulustigen gesäumt ist. Das lokale Fernsehen und die Presse sind anwesend. Am Civic Square wird die Parade von der Bürgermeisterin mit einer Ansprache begrüßt. Die eigentliche Graduationzeremonie findet im Anschluss an die Parade statt. Die Veranstaltung wird durch den Einmarsch der Professoren und der Absolventen eingeleitet und durch das Singen der Nationalhymne eröffnet. Zahlreiche Reden werden gehalten, jeweils unterbrochen durch klassische Musik und Maorigesänge; die sehr stilvoll gehaltene Zeremonie findet ihren Höhepunkt in der Übergabe der Graduationzeugnisse. Obwohl bereits viele meiner Kommilitonen nicht mehr an der Graduation teilnahmen, da sie bereits in ihre Heimatländer zurückkehrt waren, empfand ich diese Veranstaltung als einen sehr schönen und unvergesslichen Abschluss meines Masterjahres.

Fazit
Obwohl dies ein sehr subjektiver Erfahrungsbericht ist, hoffe ich, Euch einen kleinen Eindruck von meinen Erfahrungen in Neuseeland gegeben und Euch etwas von meiner Begeisterung vermittelt zu haben. Selbst wenn es nicht immer einfach war und man hier und da auf kleinere Probleme gestoßen ist, so verbinde ich mit diesem Jahr unvergessliche Erlebnisse und Erfahrungen, die ich nicht missen möchte. Ich kann Euch einen Aufenthalt zum einem Masterstudium in Wellington daher nur wärmstens empfehlen.

Bei Fragen stehe ich Euch gerne zur Verfügung, meine Emailadresse ist über das Institut Ranke-Heinemann zu beziehen.



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Erfahrungsbericht - Julia Kohout



ERFAHRUNGSBERICHT
Auslandsstudium Anglistik
an der Victoria University of Wellington, New Zealand,
im Trimester 1, 2005


Ich habe im Rahmen meines Gymnasiallehramtsstudiums (Englisch, Französisch) am Study Abroad Programm der neuseeländischen Universitäten teilgenommen und ein Semester (4 Monate von Mitte Februar bis Mitte Juni 2005) an der Victoria University of Wellington Englisch studiert.

Vorbereitung
Ich habe mich für das Study Abroad Programm beworben, da ich nur ein Semester im englischsprachigen Ausland studieren wollte und keinen Abschluss erwerben wollte. Für wen jedoch ein Postgraduate Programm in Frage kommt, der sollte dies auf jeden Fall in Betracht ziehen, da die Deutschen dann anstatt den international nur die domestic fees bezahlen müssen. Für das Study Abroad Programm waren beim Institut Ranke-Heinemann einzureichen:
• Abiturzeugnis in beglaubigter Kopie,
• Vordiplom/Zwischenprüfungszeugnis in beglaubigter Kopie,
• Study Transcript (beglaubigt) – herunterzuladen von der Website Ranke-Heinemann,
• Study Abroad Bewerbungsformular der neuseeländischen Universität von der neuseeländischen Uniwebseite (in meinem Fall: www.vuw.ac.nz),
• Bewerbungsformular Institut Ranke-Heinemann,
• Toefl- oder IELTS-Testergebnis direkt weitergeleitet an die Uni.
Man bekommt dann einen Offer Letter zugeschickt. Den angebotenen Studienplatz nimmt man an, indem man die Studiengebühren überweist. Anscheinend (ich ging allerdings auf Nummer sicher) kann man die Studiengebühren auch erst vor Ort bezahlen. Dem Offer Letter beigefügt sind: Fees Invoice, Meeting Service Form, Application for Student ID card, Accomodation Guide, Insurance Information und eine Info-CD. Die Bewerbung um einen Studentenausweis sollte man unbedingt von zu Hause aus ausfüllen, damit er bei Ankunft schon bereit liegt. Er ist das A und O eines jeden Studenten (Bibliotheksausweis, after hour access zu Computerräumen etc).
Das Institut Ranke-Heinemann empfiehlt, ein Studentenvisum schon von Deutschland aus zu beantragen. Die meisten Deutschen handhaben das auch so, man kann es allerdings auch erst vor Ort beantragen. Vorsicht: Mit einem Studentenvisum hat man Arbeitsverbot. Deutsche Studenten dürfen aber angeblich in Neuseeland arbeiten, müssen sich allerdings ihr Visum umschreiben lassen.
Auch eine vorläufige Kurswahl (Kurse auf der Uniwebseite) sollte man per e-mail an das International Office schicken. Es ist darüber hinaus sinnvoll, sich ein Konto bei der Deutschen Bank einzurichten, da diese mit der Westpac in Neuseeland einen Partnervertrag hat, und man somit bei der Westpac umsonst abheben kann.

Anreise und Gepäck
Ich habe meinen Flug Mitte November, also drei Monate vor Abreise gebucht, und es war schwierig, noch einen geeigneten Flug zu bekommen. Ich hatte einen Studententarif von Qantas, der australischen Fluglinie, was den Vorteil hat, dass man den Rückflug für 25 Euro umbuchen konnte. Mein Flug ging von München über London, Singapur, Sydney nach Wellington. Dort wurde ich von einem Uni-Shuttle abgeholt (Meeting Service Form ausfüllen!) und zu meiner Unterkunft gebracht. Qantas hat den Nachteil, dass man nur 20kg mitnehmen darf (25kg Kulanz), die auch streng eingehalten werden. In Erwägung ziehen könnte man, die Westroute über die USA zu fliegen, denn dann sind 2x 32kg erlaubt. Manche Airlines, wie Emirates (zumindest nach Australien), gewähren zusätzliche 10kg für Studenten. Für den Rückflug habe ich den Frachtversand in Anspruch genommen (Owens, Tel.Nr. von Wellington aus: 3881301 oder 3888236)



Victoria University of Wellington

Orientation Week (einschl. Versicherungsinformation)
Von 9. bis 18. Februar fand die Orientation Week für internationale Studenten und Erstsemester statt. Sie ist an sich Pflicht und eine gute Möglichkeit, einen Überblick über die Universität zu gewinnen und Leute kennen zu lernen. Während dieser Woche findet auch die Einschreibung und Kurswahl statt. Da ich wegen Semesterüberschneidungen erst am 14. Februar anreisen konnte, musste ich an einer late orientation teilnehmen. Die Einschreibung und Kurswahl ging für mich an einem Tag über die Bühne. Ich empfand das als Vorteil, da sich die früher angereisten Studenten über einen unnötigen tagelangen Marathon beschwerten. Hauptanlaufstelle ist in dieser Woche das International Office (10, Kelburn Parade). Dort schließt man auch die Studentenversicherung Studentsafe (247 NZ$ für 6 Monate) ab. Victoria University akzeptiert wenige ausländische Versicherungen und Studentsafe ist sehr zu empfehlen. Sie ist Kranken-, Unfall-, Reise- und Haftpflichtversicherung in einem. Unfallkosten (ich hab mir z.B. den kleinen Zeh gebrochen) werden in Neuseeland vom Staat erstattet, sonstige Arzt- und Krankenhauskosten erstattet die Versicherung zurück. Es ist empfehlenswert, den Studentenarzt am Campus (Student Health Service: 4, Wai-te-ata Road) in Anspruch zu nehmen, da die Arztgebühr ein Vielfaches günstiger ist als in der Stadt, ich glaube 15 $.
Das International Office bietet während der Orientation Week auch Kulturelles an, was sehr zu empfehlen ist, z.B. eine Stadtrundfahrt oder einen Maori-Empfang (powhiri) der internationalen Studenten im wunderschönen Marae (Versammlungshaus) der Uni. Von den Veranstaltungen außerhalb der Orientation Week war ich eher enttäuscht.

Uni- und Kurswahl
Ich habe mich für die Victoria University of Wellington entschieden, da sie in den Geisteswissenschaften zu den führenden Universitäten des Landes zählt. Außerdem wohnte ich einem Gastvortrag einer Linguistik-Dozentin der Victoria University in Regensburg bei, der mich sehr begeistert hat. Andere bei Studenten sehr beliebte Universitäten Neuseelands sind die University of Canterbury in Christchurch und die University of Otago in Dunedin (beide auf der Südinsel). Man sollte sich auch nicht wundern, wenn man an der Uni sehr vielen Deutschen über den Weg läuft: nach Chinesen und Amerikanern bilden sie die drittgrößte Gruppe internationaler Stundenten.
Die Kurswahl an der Victoria University of Wellington findet auch in der Orientation Week statt. Die vorläufige Kurswahl von Deutschland aus kann noch einmal geändert werden. Es gibt auch eine Frist, ich glaube zwei Wochen nach Semesterbeginn, nach der die Kurswahl endgültig ist. Da ich zum Zeitpunkt der Bewerbung noch keine drei Jahre in Deutschland (Bachelor-Entsprechung) studiert hatte, durfte ich nur Kurse im Undergraduate-Bereich (100, 200, 300 level) besuchen. Nach Absprache mit dem Head of School (Englischfakultät) wurde ich jedoch auch zu einem Honours Course (400 level) zugelassen. In einem Semester kann man drei bis vier Kurse belegen. Wenn man höhere levels wählt, ist es jedoch zu empfehlen, nur drei zu wählen. Die Student Levies (Gebühren) richten sich danach, wie viele Kurse man belegt. Ich belegte drei Kurse: ‚Language Teaching Methodology’ (200) aus dem Bereich Applied Linguistics, ‚Restoration and Eighteenth Century’ (300) und ‚Modern Fiction: New Zealand Fiction for Children’ (400) aus dem Bereich Literary Studies. Die undergraduate Kurse bestehen aus Vorlesungen und tutorials, die postgraduate Kurse gleichen eher Seminaren. Insgesamt hatte ich 10 Pflichtsemesterwochenstunden, die vollkommen ausreichend sind. In Neuseeland muss man seine ganzen Leistungen nämlich während dem Semester erbringen. Für den Honours Course musste man jede Woche zwei Bücher lesen, in den beiden anderen zwei lange Gedichte bzw. zwei Artikel. Während des Semesters musste ich pro Kurs drei Essays einreichen und am Ende je eine dreistündige Abschlussklausur schreiben.
Neben meinen Pflichtkursen besuchte ich noch eine Vorlesung als Gasthörer und nahm an einem Französischkurs nach Absprache mit dem Kursleiter teil. Man bezahlt schließlich nur für die Kurse, in denen man credits erwirbt.

Campusleben und Student Services
Die Victoria University hat vier Campi. Kelburn ist der Hauptcampus und liegt auf einem Hügel. Die Pipitea (Jura) und Te Aro (Architektur) Campi liegen in der Stadt und der Karori Campus (Education) etwas außerhalb. Meine Kurse fanden alle am Kelburn Campus statt. Leider gibt es an der Uni keine Mensa. Bestimmte Wohnheime (hauptsächlich für Erstsemester) bieten dafür Vollpension. Nur das Vicky’s Café bietet auch warme Speisen. Und montags bis donnerstags wird auch im Marae (48, Kelburn Parade) gekocht. Studenten zahlen hier 4 Euro.
Die Universitätsbibliothek ist sehr gut ausgestattet und die dort angebotene Literatur für Essays vollkommen ausreichend. Oftmals bieten Kursleiter sogar Leselisten für Essays, die die Literatursuche noch vereinfachen. Es gibt auch einen Semesterapparat, d.h. Bücher, die die Kursleiter speziell ausgewählt haben und die allen Studenten zur Verfügung stehen sollen. Diese befinden sich entweder in close reserve (Erdgeschoss), d.h. man kann sie nur für zwei Stunden ausleihen oder im 3 day loan (1. Stock). Andere Bücher, die man sich ausleihen will, holt man sich direkt aus dem Regal. Im Kopierraum der Bibliothek stehen ganze Bücher mit alten Examensaufgaben, die sehr nützlich sind. Auch seine Taschen und Rucksäcke darf man mit in die Bibliothek nehmen. Die Course Readers kauft man sich bei Student Notes im Untergeschoss des Student Union Buildings.
Auf dem Kelburn Campus gibt es vier Computerräume: zwei im Kirk Building, einer im Murphy Building und ein großer in der Bibliothek. Für die Internetnutzung sowie das Drucken muss man zahlen, Uniseiten und der Uni-Mail-Account sind kostenlos. Postgraduate Studenten stehen noch weitere Computerräume (z.B. Murphy Building) offen und das Drucken ist für sie, glaub ich, kostenlos. Die Computer sind modern ausgestattet und mit seinem Studentenausweis hat man einen 24 Stunden Zugang zu den Computerräumen.
Der genialste Service am Campus sind die Student (Learning Support) Services im Old Kirk Building (Zugang vom Hunter Courtyard). Jeder Student darf diesen Service einmal in der Woche in Anspruch nehmen und sich seine Essays Korrekturlesen lassen. Ein appointment dauert 50 min, sollte mind. eine Woche im Voraus ausgemacht werden (ansonsten Terminschwierigkeiten) und ist kostenlos! Obwohl mir versichert wurde, dass ich diesen Service nicht benötigen würde, genoss ich dieses Gefühl der Sicherheit, dass sich ein ausgebildeter Muttersprachler meinen Essay durchschaut und Feinheiten korrigiert. Darüber hinaus werden vom Student Learning Support Service auch richtige Seminare zum Essayschreiben oder Referathalten angeboten.
Am Campus gibt es ansonsten noch einen Buchladen, eine Bank, STA Travel, einen Computerzubehörsladen, einen Kiosk und einen Tante Emma Laden.

Clubs
Meiner Ansicht nach die beste Möglichkeit, Leute kennen zu lernen ist die, einem Club beizutreten. Vor allem Deutsche sollten sich jedoch bewusst sein, dass neuseeländische Studenten großteils undergraduate Studenten sind und somit ein paar Jahre jünger sind als deutsche Studenten. Auch andere internationale Studenten sind oftmals jünger. In der Woche vor Semesterbeginn ist im Quad zwei Tage Clubs Day, während dem sich die einzelnen Clubs vorstellen. Dies ist eine ganz gute Möglichkeit, einen Überblick zu gewinnen. Ich bin sehr vielen Clubs beigetreten: German Club, French Club, Spanish Club, Good Food Club und Tramping Club. Die Sprachklubs haben als Angebote meist Essen (z.B. Kaffeestunde, French Breakfast…), Quizzes, Konversation oder ein Theaterstück, beim Good Food Club bekommt man einmal in der Woche ein vegetarisches Gericht, das am Campus verkauft wird, billiger, und der Tramping Club ist der Wanderclub der Universität. Jeden Dienstag ist Stammtisch und in kleinen Gruppen fährt man am Wochenende und in den Ferien in die nähere und weitere (= Nordinsel) Umgebung Wellingtons, um Wandertouren zu machen. Ich habe zwei Wanderungen und den Ball mitgemacht, was sehr lustig war, allerdings muss man auch sagen, dass der Club ein bisschen spontan und unorganisiert war, und zwei Wanderungen, die ich noch machen wollte, ins Wasser gefallen sind.
Des Weiteren habe ich mich an der Catholic Chaplaincy, der dortigen KHG der Uni, eingebracht. Die Chaplaincy heißt Kohanga und ist zu finden in 4, Kelburn Parade. Die Leute sind sehr aufgeschlossen und jeden Montag um 12 ist free lunch, die beste Möglichkeit, den Großteil der KHGler kennen zu lernen. Es werden auch Gottesdienste, Diskussionen, Gebete und social evenings geboten. Ich habe einen Großteil der Leute, zu denen ich mehr Kontakt hatte, über die Clubs kennen gelernt. Viele von ihnen waren Asiaten, da diese einen Großteil der ausländischen Studenten stellen.

Wohnen
Eine weitere Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen, ist natürlich das Wohnheim. In Wellington ist es sehr empfehlenswert, sich für ein Wohnheim zu bewerben, da fast alle Wohnheime erstens sehr zentral liegen und zweitens allen internationalen Studenten ein Wohnheimsplatz garantiert wird, soweit sie sich rechtzeitig bewerben. Es ist also wichtig, die Bewerbungsfrist nicht zu verpassen. Für mein Semester war sie am 1. Oktober. Informationen zu den einzelnen Wohnheimen liegen dem Offer Letter bei. Am einfachsten ist es jedoch, man füllt das Formular online aus (www.vuw.ac.nz/st_services/accomodation). Internationale Studenten brauchen keine Confidential Reference.
Ich habe im Wohnheim Wai-te-ata gewohnt und war äußerst zufrieden. Es steht vor allem internationalen und älteren Studenten offen und man lebt zu viert oder fünft in einer WG. Ich habe mit vier Mädchen aus Australien, Samoa, Tuvalu und Kiribati (also den Pacific Islands) gewohnt. Meist sind die WGs aber gemischt, sowohl von den Geschlechtern als auch von den Nationalitäten her. Wai-te-ata liegt sehr günstig, direkt am Studentenparkplatz neben dem Sportzentrum. Man braucht nur ein paar Treppen zu steigen und schon ist man am Kelburn Campus. Mein Zimmer hat 145 $ in der Woche gekostet; das Geld wird wöchentlich von den RAs (Residential Assistants) eingesammelt.
Waschen in Wai-te-ata ist umsonst, Ortsgespräche auch (Telefon vorhanden). Um nach Deutschland zu telefonieren, hab ich mir die Telefonkarten Go Talk und Rate Saver gekauft, die mit am günstigsten sind. Sie sind allerdings nur in den Universitätsstädten erhältlich und vom dortigen Festnetz aus sehr billig. Die Vorwahl für Neuseeland ist 0064, für Wellington 04. Für das Handy kauft man sich die Vodafone Pre-pay Karte. Da Wai-te-ata so nah an der Uni ist, kann man sich, glaub ich, auch W-Lan einrichten lassen. Ich war allerdings immer in den Computerräumen der Uni. Die Küche ist sehr gut ausgestattet, es gibt einen Fernseher und vor allem Heizung (im Gegensatz zu vielen WGs). Vom Wohnzimmer und von einzelnen Zimmern aus hat man einen tollen Blick über Wellington, denn das Wohnheim liegt auf einem Hügel. Am Anfang des Semesters gab es ein Wohnheims-Barbecue, um einander kennen zu lernen, im Laufe des Semesters einen Ball und einen Restaurantbesuch.
Die meisten anderen Wohnheime sind auch zu empfehlen, wobei ich Wai-te-ata vom Preis-Leistungs-Verhältnis am optimalsten fand. Weir House und Victoria House sind eher für Erstsemester, Helen Lowry ist außerhalb. Wenn du in eine WG außerhalb eines Wohnheims möchtest, würde ich mich trotzdem über das Formular für University Hall bewerben. Über private Zimmersuche kann ich leider keine Aussagen machen. Direkt zu Semesterbeginn war es allerdings schwer, an ein Zimmer zu kommen, da viele Studenten suchten. Erste Anlaufstelle sollte immer das Accomodation Office (14, Kelburn Parade) sein.

Wellington
Wellington ist der politische, kulturelle und geographische Mittelpunkt Neuseelands. Die Stadt hat 400.000 Einwohner, ohne den Vororten allerdings nur 150.000. In Wellington ist es oftmals regnerisch und windig. Aber nicht verzweifeln! An Sonnentagen ist es traumhaft. Die Stadt liegt geschützt in einer Bucht zwischen vielen vielen Hügeln. Für mich ist deshalb ein Fahrradkauf nicht in Frage gekommen. Ich bin eigentlich alles zu Fuß gelaufen, von der Stadt zur Uni kann man u.U. auch den Cable Car nehmen. Die Busse fahren alle halbe Stunde, oft lohnt es sich also nicht. Zwischen dem Universitätshügel und der Stadt gibt es auch ganz viele Treppen (z.B. Allenby Steps, Dixon Steps). Es lohnt sich, diese ausfindig zu machen und somit nicht den Umweg über die Straßen nehmen zu müssen.
Sehenswert in Wellington sind die Parliament Buildings (die Touren sind umsonst, man kann auch Parlamentssitzungen beiwohnen), das Original des Treaty of Waitangi in den Archives, Te Papa Museum, Old St Pauls, Botanical Gardens – soweit alles umsonst – Cable Car und Karori Wildlife Sactuary (für Vogelinteressierte). Oriental Bay ist der Strand Wellingtons. Lambton Quay ist die noblere Einkaufsstraße, Willis Street die normale und Cuba Street die alternativere.
In Wellington gibt es nur eine teuere Supermarktkette genannt New World. Die drei Filialen befinden sich in Willis Street, Wakefield Street und Molesworth Street. Ich habe dort eigentlich immer eingekauft. Für billigere Supermärkte (z.B. Pack ’n’ Save) müsste man in die Vororte fahren. Die Supermärkte haben mindestens bis 22 Uhr geöffnet, viele normale Geschäfte allerdings nur bis 17 Uhr.
Wenn man seinen Wohnsitz in Wellington hat (Brief als Beweis ausreichend) kann man sich kostenlos einen Stadtbibliotheksausweis holen. Für Studenten gibt es Ermäßigungen nicht nur z.B. im Kino und beim Cable Car, sondern auch manche Geschäfte wie z.B. Whitcoulls (die größte Buchladenkette, z.B. Lambton Quay) und Mainly Tramping (ein Outdoor-Laden, Mercer St) gewähren 10% Studentenrabatt. Was für die Wohnung findet man am besten im Warehouse (billig, Wakefield St) oder bei Briscoes (bessere Qualität, Taranaki St). Der beste Fish and Chip Shop Wellingtons ist in der Cuba St.

Reisen
In Neuseeland gibt es nur vier Zuglinien, oftmals kommt Reisen mit dem Zug also nicht in Frage. Die beste Möglichkeit unabhängig zu reisen sind die Intercity Busse, die aber leider nur die Städte miteinander verbinden. Daneben existieren auch Backpacker Busse wie Kiwi Experience, Magic und Stray, die die Touristenattraktionen anfahren. Sie sind bei Jugendlichen beliebt, allerdings verliert man damit ein Stück Unabhängigkeit. Ich kann über all diese Möglichkeiten leider wenig Auskunft geben, da ich entweder Autos gemietet habe oder bei Neuseeländern mitfahren konnte. Ein Auto zu kaufen ist prinzipiell sinnvoll und üblich, ich wollte mir allerdings den Stress möglicher Reparaturen und des Wiederverkaufs ersparen. Ich habe meine Autos bei APEX Car Rentals (Victoria St, Höhe Vivian St) gemietet und war sehr zufrieden. Die Autos kosten 45-50$ am Tag, bei längeren Mietzeiten kann man über Rabatt verhandeln. Es ist sinnvoll, zusätzliche 8$ am Tag zu bezahlen, um eine Vollkaskoversicherung zu haben. Anders ist die Eigenbeteiligung relativ hoch.
Die Highlights auf der Nordinsel sind der Waipoua Kauri Forest, Bay of Islands (im Sommer!), Cathedral Cove und Hot Water Beach auf der Coromandel Peninsula, die Thermalgebiete um Taupo und Rotorua, Maori-Culture in Rotorua (allerding sehr touristisch!), Napier, Huka Falls, Waitomo Caves (Glühwürmchen-Höhlen), Mount Taranaki, Tongariro National Park.
Auf der Südinsel sehr zu empfehlen sind die Marlborough Sounds, der Abel Tasman National Park, die Pancake Rocks bei Punakaiki, die Franz Josefs Gletschertour, das Alpenpanorama vom Lake Matheson aus, die Seen um Queenstown und Wanaka, Milford Sound und Fiordland National Park, die Catlins, Dunedin und die Wildlife Tour auf der Otago Peninsula, Christchurch, Akaroa auf der Banks Peninsula, Mount Cook National Park und Delphinschwimmen in Kaikoura.
Die zwei genialen Wanderungen, die ich gemacht habe, sind der Abel Tasman Coastal Track (Südinsel, 3 Tage) und das Tongariro Crossing (Nordinsel, 1 Tag). Der Milford Track ist bestimmt auch zu empfehlen, für die Sommermonate muss man allerdings fast ein Jahr im Voraus buchen.

Fazit
Das Studium in Neuseeland war intensiver als in Deutschland, ich habe viel gelernt und einen guten Überblick über die Themengebiete in meinen Kursen erhalten. Der Service an der Uni ist gut – man merkt, dass man für das Studium bezahlt. Die Dozenten sind zugänglich und hilfsbereit und man spricht sie mit Vornamen an. Darüber hinaus habe ich in Neuseeland gelernt, effektiv zu studieren. Auch ist man in seiner Kurswahl sehr flexibel. Es ist allerdings sinnvoll, mindestens 300 level Kurse zu besuchen, da man sich ansonsten unterfordert fühlt.
Neuseeland ist wunderschön. Die Eindrücke die ich von der Landschaft, Tier- und Pflanzenwelt bekommen habe, werde ich nie vergessen. Im Winter ist die Südinsel immer noch wunderbar einsam. Richtige Unabhängigkeit kann man aber nur mit dem Auto genießen. Etwas gestört hat mich, dass Neuseeland sehr touristisch ist. Man bezahlt für fast jedes Naturereignis und auch ansonsten gilt: wer bezahlt, dem steht alles offen (z.B. Extremsportarten). Die Preise sind in den letzten Jahren sehr gestiegen und im Sommer ist man wegen nötigen Vorbuchens teilweise sehr unflexibel. Gewundert hat mich auch, wie viele Deutsche man in Neuseeland, sowohl als Touristen als auch als Studenten, trifft.
Insgesamt möchte ich den Studienaufenthalt in Wellington unbedingt weiterempfehlen Man lernt viel für sein Fach, die Sprache (auch wenn einem New Zealand English am Anfang etwas eigenartig vorkommen mag…) und über Landeskunde im wunderschönen Aotearoa.

NZ – was man wissen sollte
• Aotearoa heißt Neuseeland auf Maori.
• Neuseeland besteht aus drei Inseln: North Island, South Island, Stewart Island.
• Neuseeland hat 4 Millionen Einwohner, davon lebt 1 Million in Auckland.
• Der neuseeländische Nationalsport ist Rugby.
• Kia ora heißt hallo auf Maori.
• Maui ist der große Maori-Sagenheld. Er hat die Nordinsel (Fisch) aus dem Wasser gefischt. Die Südinsel ist sein Kanu, Stewart Island sein Anker.
• Im Sommer am besten Lichtschutzfaktor 30 verwenden, unter 15 darf gar nicht verkauft werden.
• Man sollte sich gleich im ersten Hostel überlegen, ob sich eine Backpacker Card für 40$ lohnt. Sie beinhaltet zudem eine Telefonkarte über 20$.
• EFTPOS ist die EC-Karte der Neuseeländer.
• Kiwi (das Obst) heißt kiwifruit!
• Tramping ist New Zealand English für Wandern!
• Silver Fern ist das Nationalsymbol. Man erkennt ihn daran, dass das Farnblatt auf der Unterseite silbern ist.
• Awesome ist eins der Lieblingswörter der Neuseeländer.


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Erfahrungsbericht - Henning Lutz



1. EINLEITUNG
2. DAS LL.M.-STUDIUM IN NEUSEELAND UND WELLINGTON
2.1. Informationsquellen zum LL.M.-Studium in Neuseeland
2.2. Das LL.M.-Studium an der Victoria University in Wellington
LL.M. by Coursework
Integriertes Praktikum
2.3. Zeitrahmen
2.4. Voraussetzungen für ein LL.M.-Studium an der VUW – Examensnote und Sprachtest
2.5. Technische Ausstattung der Law Faculty – PCs und Internet
3. BEWERBEN
3.1. Bewerbungsunterlagen
3.2. Deadlines
3.3. Passfotos
4. REISEVORBEREITUNGEN
4.1. Reisepass und Studentenvisum
4.2. Der Hinflug – West- oder Ostroute
4.3. Wieviel Fluggepäck darf mit?
4.4. Around the World-Ticket
4.5. Kofferpacken.
Für Männer: Die Anzugfrage
Deutsche Jura-Bücher
Internationaler Führerschein
Handys, Akkus und Adapter
Laptops
5. GELDFRAGEN
5.1. Studiengebühren
5.2. Bildungskredit
5.3. Stipendien und Auslandsbafög
5.4. Banken, Bargeld und Kreditkarten
5.5. Lebenshaltungskosten in Wellington
6. VERSICHERUNGEN
7. WOHNEN
7.1. Stafford House
Lage
Miet- und Nebenkosten
Die Apartments
Bewerbung
Bescheinigung für die Steuer
8. WELLINGTON
9. ZURÜCK IN DEUTSCHLAND
9.1. Führung des LL.M.-Titels in Deutschland
9.2. Steuerliche Geltendmachung von Ausgaben für ein LL.M.-Studium

1. EINLEITUNG

Von meiner Bewerbung und Vorbereitung für ein LL.M.-Studium in Wellington, Neuseeland, sind mir die langen und teils fruchtlosen Recherchen im Internet noch gut in Erinnerung geblieben. Informationsportale, Reise- und Erfahrungsberichte, Webseiten der Universitäten oder von Reiseveranstaltern und studentische Diskussionsforen konnten immer nur einen Teil meiner Fragen beantworten. Im Nachhinein habe ich festgestellt, dass mit ein bisschen mehr Vorab-Information alles noch viel einfacher gewesen wäre.

Ziel dieses Beitrages soll es daher sein, all denen, die sich heute für ein LL.M.-Studium in Neuseeland und insbesondere in Wellington interessieren, möglichst objektiv mit Fakten und konkreten Tipps, Adressen, Internet-Links und Vor-Ort-Erfahrungen bei der Planung ihres Studienaufenthaltes weiterzuhelfen. Der Bericht richtet sich insbesondere an diejenigen, denen für die Vorbereitung nur wenig Zeit bleibt und die vielleicht etwas auf das Geld achten müssen. Meine Aussagen und Angaben basieren neben Internet-Recherchen zum großen Teil auf meinen Erfahrungen und denen meiner Kommilitonen, die wir in einem 10-monatigen LL.M.-Studium von Februar bis Dezember 2003 an der Victoria University in Wellington gesammelt haben. Bitte beachtet, dass sich Fakten, Daten, Zahlen und Internet-Links zwischenzeitlich geändert haben können.

Bedanken möchte ich mich schon an dieser Stelle bei all denjenigen, die mir bereits ihr Feedback zu diesem Artikel gegeben haben. Es freut mich, wenn der Beitrag auch tatsächlich von praktischem Nutzen ist. Für weitere Anregungen und Berichtigungen bin ich natürlich aufgeschlossen und dankbar.

2. DAS LL.M.-STUDIUM IN NEUSEELAND UND WELLINGTON

2.1. Informationsquellen zum LL.M.-Studium in Neuseeland

Inzwischen (Sommer 2005) finden sich im Internet verstreut eine ganze Reihe von Seiten mit Informationen zum Studium in Neuseeland und zum LL.M.-Studium an der Victoria University of Wellington („VUW“). Allgemeine Informationen zum Studium in NZ findet man beispielsweise auf den Internetseiten von Jurawelt. Das Internetportal des Instituts Ranke-Heinemann verschafft einen guten Überblick über die verschiedenen LL.M.-Programme der neuseeländischen Universitäten und informiert über den Bewerbungsprozess bei den Unis und über die Einreise nach Neuseeland.

Informative Berichte über das Studium in Neuseeland haben unter anderem Sebastian Oppel (Christchurch 2002) und Rüdiger Hahn (Dunedin 2003) ins Netz gestellt. Erfahrungsberichte speziell über das LL.M.-Studium in Wellington gibt es im Internet unter anderem von Roman Jordans, Ingo Klein sowie Ines Auerbach und Jens-W. Oberwinter. Einen Bericht über ein LL.M.-Praktikum in Wellington im Jahr 2003 hat schließlich mein damaliger Kommilitone Dominik Kallweit in der JuS veröffentlicht. Nützliche Reiseinfos über Neuseeland auf Deutsch gibt es schließlich auf der Seite von Tourism New Zealand.

Speziell von unserem Aufenthalt und unseren Erlebnissen in Wellington kann man einen guten Eindruck gewinnen, wenn man auf die LL.M.-Homepage meines Kommilitonen Johannes Siedentopf klickt (mit Fotos vom Autor J).

2.2. Das LL.M.-Studium an der Victoria University in Wellington

Allgemeine Informationen zur Bewerbung und zum Studium als Internationaler Student an der Victoria University findet Ihr auf der Homepage der VUW. Über das LL.M.-Programm im Besonderen gibt die Website der Law Faculty genauere Auskunft. An der Victoria University kann man den LL.M. entweder "by Thesis", "By Dissertation and Coursework" oder "by Corsework" erwerben. Da nach unseren Erfahrungen der LL.M. by Coursework am häufigsten gewählt wird, im Folgenden dazu etwas mehr.

LL.M. by Coursework

Für den Abschluss als Master muss man eine Kombination von Seminaren (courses) im Gesamtwert von 120 Punkten belegen. Pflicht sind eine Einführung in Schreib-, Vortrags- und Recherchetechnik (Advanced Legal Study) im Wert von 10 Punkten und der Masterpaper-Kurs (Masters Legal Writing) im Wert von 30 Punkten. Letzterer ist kein Seminar mit Vortragsstunden, sondern nur der organisatorische Rahmen für die Anfertigung des sog. Masters Paper (12.000 Worte).

Die übrigen 80 Punkte setzen sich – frei wählbar – aus einem 40-Punkte-Seminar und zwei 20-Punkten-Seminaren oder einem weiteren 40-Punkte-Seminar zusammen. Anstelle eines 20- oder 40-Punkte-Seminares kann man auch ein gleichwertiges Internship absolvieren (dazu unten mehr). Die üblicherweise einmal wöchentlich stattfindenden, zweistündigen Seminare bestehen fast ausschließlich aus Vorträgen der Studenten unter der Leitung des Dozenten. Für ein 40-Punkte-Seminar muss man im Wesentlichen zwei Präsentationen halten und ein Research Paper von 15.000 Worten schreiben. Für ein 20-Punkte-Seminar werden ebenfalls zwei Präsentationen und ein 7.500 Worte umfassendes Paper verlangt. Einzelheiten variieren und werden vom Dozenten bei Kursbeginn festgelegt. Genauere Auskünfte zum Aufbau des LL.M.-Studiums, zur Struktur der Seminare und zu den aktuell angebotenen Seminaren erhaltet Ihr hier. Bis auf den Kurs Advanced Legal Study fanden bei uns fast alle Seminare von Montag bis Freitag abends entweder von 17:30 bis 19:30 Uhr oder von 19:30 bis 21:30 Uhr statt. Alle Seminare, die im ersten und/oder zweiten Trimester stattfanden, endeten im Oktober.

Das LL.M.-Programm an der Victoria University sieht derzeit keine Vorlesungen (lectures), AGs (tutorials) oder Semesterabschlussprüfungen (exams) vor. Wer kein Praktikum absolviert, schreibt letztlich in den zehn Monaten drei oder vier mittlere bis große Hausarbeiten auf Englisch und hält ein paar Vorträge, das war's.

Integriertes Praktikum

Im Rahmen des LL.M.-Programms der VUW besteht die Möglichkeit, ein Praktikum (Internship) in einer der zahlreichen und nahe gelegenen Regierungsinstitutionen, bei Gerichten, Anwaltskanzleien, Wirtschafts- oder Beratungsunternehmen zu absolvieren. So ein Internship kann man sich entweder für 20 Punkte (1 Trimester, 190 Stunden) oder für 40 Punkte (2 Trimester, 380 Stunden plus ein Research Paper von 8.000 Worten) anrechnen lassen. Die Internship-Plätze sind begrenzt, da die Uni eine Platzierung garantiert. Ansprechpartnerin ist Ms Virginia Grainer.

Unter den zu verteilenden Praktikumsplätzen sind auch etwas unattraktive Kandidaten z.B. Ämter und Behörden, bei denen sich die Mitarbeit (teils aus Sicherheitsgründen) auf das Anfertigen eines Research Papers beschränkt. Wer sich dahinterklemmt, rechtzeitig Wünsche äußert und Eigeninitiative zeigt, vergrößert seine Chancen auf ein 'vollwertiges' und interessantes Internship. Das Internship halte ich persönlich für eine gute Gelegenheit, seine Englischkenntnisse in der Praxis zu testen und zu verbessern. Außerdem verschafft man sich so neben einem Auslandsstudium noch Arbeitserfahrung im Ausland.

2.3. Zeitrahmen

Für alle, die ihr LL.M.-Studium im ersten Trimester (Anfang März) beginnen wollen, beginnt die Zeit in Wellington mit der Einführungswoche (Orientation and Enrolment) Mitte bis Ende Februar. Die letzten Kursstunden der LL.M.-Seminare im zweiten Trimester finden meist Ende August statt, danach ist man nur noch mit der Fertigstellung seiner Research-Paper oder seinem Internship beschäftigt. Die Research Paper sind bis zum 1. Oktober bzw. 1. Dezember einzureichen. Im dritten Trimester (summer trimester) werden kaum LL.M.-Seminare angeboten, daher kann man häufig schon Ende November/Anfang Dezember wieder nach Hause fahren oder noch einen Urlaub in der Region dranhängen.

2.4. Voraussetzungen für ein LL.M.-Studium an der VUW – Examensnote und Sprachtest

Die letztlich entscheidenden Zulassungsvoraussetzungen sind mindestens 6,5 Punkte im Ersten Juristischen Staatsexamen (das Zweite interessiert nicht) und mindestens 237 Punkte im TOEFL (computer based test). Vergleichbare Ergebnisse aus dem IELTS oder ein gutes Cambridge Certificate (CAE oder CPE) werden auch akzeptiert. Auf den TOEFL kann man sich nach meiner Erfahrung gut mit einer Übungs-CD vorbereiten. Wer die Mindestpunktzahl beim TOEFL verfehlt, kann den Test jeden Monat wiederholen. Im Notfall kann man auch hier in Wellington (siehe Testcenter-Verzeichnis) kurzfristig den IELTS machen.

2.5. Technische Ausstattung der Law Faculty – PCs und Internet

Die Law Faculty bzw. die Law Library der Victoria University ist mit Computer gut ausgestattet. Es gibt allein in der Law Faculty vier Computerräume, die Postgraduates vorbehalten sind (Codekarten-Zugang). In diesen Räumen stehen über 30 neue DELL PCs mit komplettem Office-Paket und Highspeed-Internetzugang. Die Räume sind hell, geräumig und ruhig, so dass das Arbeiten hier sehr angenehm ist. Ein weiterer Computerraum, der tagsüber für Schulungen genutzt wird, ist die ganze Nacht hindurch zugänglich. Drucker sind vorhanden, die Seite kostet 10 Cent. Auf dem Hauptcampus (Kelburn Campus) der Uni konnte man auch umsonst ausdrucken. Die Internet-Nutzung war bei uns kostenlos, die Seiten von privaten Email-Providern (Hotmail, etc.) waren nicht gesperrt.

3. BEWERBEN

Auch wer den TOEFL noch nicht gemacht hat, kann und sollte seine Bewerbungsmappe schon zusammenstellen und abschicken. Üblicherweise macht die VUW einem daraufhin ein bedingtes Angebot. Sobald man das Testergebnis nachgereicht hat, schickt die Uni ein unbedingtes Angebot. Alles Wissenswerte zum Bewerbungsprozess hat die Uni ins Netz gestellt. Leider ist es bislang nicht möglich, sich für ein LL.M.-Studium an der VUW online zu bewerben.

3.1. Bewerbungsunterlagen

Nach unseren Erfahrungen und einem Gespräch mit der Postgraduate-Administratorin der Law Faculty, Lib Coubrough, gelten die allgemeinen Anforderungen an die Bewerbungsunterlagen internationaler Studenten für deutsche LL.M.-Bewerber nur eingeschränkt. Überdies hat der Direktor für Postgraduate Studies, Bill Atkin, bei der Auswahl der LL.M.-Bewerber einen gewissen Ermessensspielraum. Wer als deutscher LL.M.-Bewerber die folgenden Dinge beachtet, hat laut Frau Coubrough sehr gute Chancen auf einen Studienplatz.

Wer sich bewerben möchte, füllt zunächst das entsprechende Bewerbungsformular, das International Student Application Form, aus. Den Abschnitt pre-university study kann man auslassen, das Abi-Zeugnis braucht man nicht mitzuschicken. Allerdings muss man eine beglaubigte Kopie seiner Geburtsurkunde oder der persönlichen Daten aus seinem Reisepass beifügen. Wer die zweite Alternative wählt, kann sich eine Übersetzung sparen.

Ein englisches Anschreiben, in dem man seine Interessen und seine Person kurz beschreibt, wird gern gesehen. In Grenzfällen (Note unter 6,5 Punkten) kann man mit einem überzeugenden Anschreiben Boden gutmachen. Weiter muss man eine beglaubigte Kopie seines Examenszeugnisses (Erstes Juristisches Staatsexamen) beifügen. Anerkannte Übersetzungen und Beglaubigungen werden zum Beispiel kostenlos und unkompliziert vom Institut Ranke-Heinemann angefertigt, auch wenn auf der VUW-Webpage grundsätzlich amtlich oder notariell beglaubigte Übersetzungen der Originaldokumente verlangt werden.

Wer schon einen Sprachtest absolviert hat, sollte veranlasst haben, dass der Original-Ergebnisbogen direkt vom Test-Institut an die Victoria University geschickt wird. Beim TOEFL wird man am Ende des Tests vom Computer nach den Institution Codes für die Universitäten gefragt, an die das Testergebnis (kostenlos!) geschickt werden soll. Diese Codes sind in der TOEFL-Broschüre (Laden kann etwas dauern) auf Seite 33 gelistet (Victoria U., Wellington: 9485). Die Codes kann man auch nachreichen, aber das Versenden des Testergebnisses kostet dann extra!

Unter der Rubrik Academic documentation wird auf der VUW-Website des weiteren ein von der deutschen Heimat-Uni ausgestellter Gesamtbelegbogen inklusive Einzelnoten verlangt. Ein solches academic transcript ist für Eure Bewerbung grundsätzlich nicht erforderlich. In Grenzfällen kann es aber wieder ratsam sein, durch so einen Belegbogen samt Scheinnoten seine juristischen Fähigkeiten nachzuweisen. Fragt bei Eurer Heimat-Uni nach, ob es eine offizielle englischsprachige Erläuterung zur deutschen Notenskala gibt.

Ferner sollen laut VUW-Website einer Bewerbung für Postgraduate Studies wie einem LL.M.-Studium ein Lebenslauf, mindestens zwei akademische Empfehlungsschreiben (academic references) und ggf. ein research proposal beiliegen. Ein tabellarischer, englischsprachiger Lebenslauf ist relativ schnell geschrieben, kostenlos, und in jedem Fall ratsam.

Deutsche LL.M.-Bewerber, die das Noten-Kriterium (6,5) erfüllen, müssen nach Auskunft von Frau Coubrough keine Empfehlungsschreiben mitschicken. Nur in Grenzfällen sollte man zur Unterstützung seiner Bewerbung Professoren oder auch Arbeitgeber in Deutschland um ein kurzes Empfehlungsschreiben (auf Englisch, wenn möglich) bitten.

Wer auf Nummer sicher gehen will und den Bewerbungsaufwand auslagern möchte, kann sich an das Institut Ranke-Heinemann wenden. Dieses Institut ist seit Anfang 2004 in Deutschland, Österreich und der Schweiz vom neuseeländischen Hochschulrektoren-Komitee mit der Bewerbungsabwicklung für alle neuseeländischen Hochschulen beauftragt. Es entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten für den Bewerber. Mitarbeiter des Instituts in Deutschland, Österreich und der Schweiz bieten eine kostenlose Studienberatung vor Ort an. Darüber hinaus werden – ebenfalls kostenlos – Zeugnisse übersetzt und beglaubigt sowie der gesamte Einschreibeprozess verwaltet. Schließlich werden alle Bewerber automatisch Mitglied im Alumni-Club des Instituts, über den man sich mit anderen Studierenden austauschen kann.

3.2. Deadlines

Es gibt zwei Deadlines für Eure Bewerbung. Wer sein LL.M.-Studium im ersten Trimester (ab März) beginnen möchte, muss seine Bewerbung als internationaler Student bis zum 10.Dezember des Vorjahres an die Uni-Verwaltung oder das Institut Ranke-Heinemann schicken. Dieses leitet Eure Bewerbung nach einer Eingangsprüfung an die Law Faculty. Die Law Faculty selbst akzeptiert LL.M.-Bewerbungen noch bis sechs Wochen vor Trimesterbeginn. Angesichts der Planung von Reise und Unterbringung sollte man diese Frist aber nicht ausreizen.

3.3. Passfotos

Ich kann nur jedem raten, zu Beginn seiner Bewerbung ca. 8-12 Passfotos anfertigen zu lassen. Passfotos braucht Ihr unter anderem für die Bewerbung bei der Uni, für das Visum, für den Studentenausweis, für die Wohnheim-Bewerbung, für das International Office der Uni, etc.

4. REISEVORBEREITUNGEN

4.1. Reisepass und Studentenvisum

Eine Anmerkung vorweg: In Bezug auf das Studentenvisum sollten immer die aktuellen offiziellen Informationen der Neuseeländischen Botschaft beachtet werden, um Missverständnisse und Probleme wegen etwa zwischenzeitlicher geänderter Verwaltungspraxis zu vermeiden.

Um nach Neuseeland einreisen zu können, muss der Reisepass laut Website der Neuseeländischen Botschaft in Deutschland noch drei Monate nach der anvisierten Abreise aus Neuseeland gültig sein. Eine telefonische Anfrage bei der Botschaft in Berlin oder beim Generalkonsulat von Neuseeland in Hamburg kann aber auch ergeben, dass tatsächlich auch noch ein Monat Nachlauffrist genügt.

Für ein Studium in Neuseeland, das länger als 3 Monate dauert, braucht man ein Studentenvisum (Seite einmal "refreshen", um das Umlautproblem zu lösen). Informationen über Bewerbungsunterlagen, Kosten und Fristen auf Deutsch findet Ihr auf den Seiten des New Zealand Immigration Service oder der Neuseeländischen Botschaft in Berlin. Wer das Visum bereits in Deutschland beantragen möchte, muss den Antrag und die begleitenden Unterlagen an die Visa Section der Neuseeländischen Botschaft in Berlin schicken. Die Bearbeitungsgebühr beträgt zurzeit 110 Euro, die Zahlung per Kreditkarte ist nicht möglich. Als Bearbeitungszeit sollten offiziell bis zu 5 Wochen einkalkuliert werden, häufig sind aber 2-3 Wochen realistischer. Wer Geld sparen möchte, kann auch zunächst ohne Visum ("Touristenvisum", 3 Monate gültig) nach Neuseeland einreisen. Dazu sollte man unbedingt die Neuseeländische Botschaft in Berlin um ein Schreiben zu bitten, das die Einreise und die Visum-Beantragung in Neuseeland gestattet. Dieses Schreiben sowie eine Studienplatz-Bestätigung der Victoria University muss man bei der Einreisekontrolle vorlegen, wenn man gefragt wird, warum der Rückflug laut Flugticket erst in einem Jahr ist.

Nach der Ankunft muss man innerhalb von drei Monaten vor Ort beim Immigration Office in Wellington eine Student Permit bzw. ein Student Visa beantragen. Das kostet dann nur NZ$ 70, wenn man auf der Grundlage eines Mietvertrages geltend macht, in Neuseeland resident zu sein. Die erforderlichen Antragsunterlagen sind die gleichen wie bei der Antragstellung in Deutschland. Ein Tipp: Man sollte schon früh morgens um8:30 Uhr beim Immigration Office in Wellington sein, um langes Schlangestehen zu vermeiden.

4.2. Der Hinflug – West- oder Ostroute

Der Flug nach Neuseeland (und zurück) ist neben den Studiengebühren der zweite größere Kostenfaktor. Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten bzw. Flugrouten. Zum einen die „Westroute“ Deutschland – USA – Neuseeland (ggf. mit weiteren Stop-Overs), zum anderen die „Ostroute“ Deutschland – Südostasien (Singapur, Hongkong) – Neuseeland. Der Flugpreis für die Ostroute lag für uns so um 1.200 Euro, der Preis für die Westroute um 1.500 Euro. Die Ostroute ist (auch wegen des Preisvorteils) stärker frequentiert, und gute und preiswerte Flüge sind schnell ausgebucht. Die Netto-Flugdauer (Ostroute) beträgt je nach Verbindung übrigens zwischen 23 und 26 Stunden.

Man sollte sich auch nach Flügen nur bis Auckland erkundigen. Der International Airport in Auckland ist der Flughafen in Neuseeland, auf dem die meisten Langstreckenflüge landen. Falls ein Flug nach Auckland erheblich billiger ist als einer nach Wellington, kann man online bei Qantas oder Air New Zealand für ca. NZ$ 80-90 einen Anschlussflug von Auckland nach Wellington buchen. Dies kann erheblich günstiger sein als die Buchung über ein deutsches Reisebüro. Man sollte aber vorher nachfragen, wie viel Gepäck auf so einem Anschlussflug zulässig ist.

Einmal in Wellington gelandet wird man als Internationaler Student von studentischen Mitarbeitern der VUW am Flughafen empfangen und im Sammeltaxi direkt zu seiner Unterkunft gefahren. Auch wer an einem Sonntag ankommt und noch nicht zu müde ist, kann einige Einkäufe tätigen, denn die meisten Geschäfte haben dann geöffnet.

4.3. Wieviel Fluggepäck darf mit?

Fragt in Eurem Reisebüro unbedingt und ausdrücklich nach Flügen über die Westroute (über die USA). Nach einer IATA-Regelung ist es erlaubt, auf solchen Flügen (Economy-Klasse) zwei Gepäckstücke von je 32 Kilogramm und ein Stück Handgepäck von 5 Kilogramm mit sich zu führen. Auf der Ostroute über Singapur oder Hongkong gilt diese Regelung nicht, so dass man sich meist mit einem Gepäckstück bis maximal 20 kg (plus Handgepäck) bescheiden muss. Allerdings kann man bei manchen Fluglinien vorher einen Antrag stellen, dass wegen der langen Aufenthaltsdauer (Nachweis: Uni-Zusage) das zulässige Höchstgewicht auf 30 kg erhöht wird.

Von verschiedener Seite sehr empfohlen wurde Singapore Airlines. Ein Anruf bei der Fluglinie direkt, ein Gespräch mit dem Reisebüro oder eine Auskunft beim Flughafen sollte ergeben, dass man als Student für einen längeren Studienaufenthalt im Ausland bei Singapore Airlines ein Gepäckstück bis 30 kg und ein Handgepäckstück bis 5 (7?) kg mitnehmen darf. Fragt ruhig mehrmals nach und insistiert, auch hier ist es schon mehrmals zu ärgerlichen Falschauskünften gekommen. Eine schriftliche Studienplatzbescheinigung der Victoria University ist hier zum Nachweis erforderlich.

4.4. Around the World-Ticket

Wer Aufenthalte in den USA, auf Hawaii, den Fidschi Inseln, in Australien und Singapur plant oder erwägt, sollte sich über ein Around the World-Ticket informieren. STA-Travel hat zum Beispiel hier einige interessante Angebote.

4.5. Kofferpacken

Auch wenn es das statistische Jahresmittel vielleicht nicht hergibt: Es kann unangenehm kühl und feucht werden in Wellington. Und zwar drinnen ebenso wie draußen. Wohnungen, Räume und Zimmer, auch moderne, sind meist schlecht isoliert und die Fenster durchweg einfach verglast. Ohne Witz, manche von uns haben im Winter nachts, wenn die Heizung aus war, mit Bettdecke, Wolldecke, Wärmflasche UND Schlafsack oben drüber gefroren. Zudem ist es in Wellington häufig recht windig.

Daher gilt: Eher wenig Sommersachen mitnehmen, wind- und regenabweisende Jacke einpacken, die man hier mit einem Fließ zum Unterziehen gegen die Kälte aufrüsten kann. Eine dicke Winterjacke ist nicht nötig, denn die Temperaturen fallen so gut wie nie unter den Gefrierpunkt. Praktischer sind warme Pullover, die man auch drinnen anziehen kann. Ein Paar solide Allwetterschuhe, die man auf dem Flug anziehen kann, sind ebenfalls unerlässlich. Unsere Mädchen haben fast alle darüber geklagt, zu wenig oder gar keine flachen Schuhe mitgenommen zu haben.

Wer bei der Abreise noch keine feste Unterkunft in Wellington hat, sollte sich vorher bei seiner anvisierten Herberge (Backpacker o.ä.) erkundigen, ob sie/er einen Schlafsack mitbringen muss (in Neuseeland recht häufig der Fall). Ansonsten kann man Schlafsäcke besser und billiger in einem der zahlreichen Outdoor-Läden hier in Wellington kaufen. Gleiches gilt für andere Trekking-Ausrüstung, wie Schuhe, Thermo-Kleidung, etc.

Für Männer: Die Anzugfrage

Anzug mitnehmen oder nicht? Der Uni-Alltag erfordert grundsätzlich keinen. Die zwei offiziellen Festlichkeiten sind der Ball der Law Faculty im Juli/August und die Graduation im Dezember. Bei letzterer ist man meist nicht (mehr) im Lande. Für den Ball kann man sich einen Smoking (Dinner Suit, Tuxedo) bei Frank Casey oder einem anderen Anzugverleih in Wellington ausleihen (Kostenpunkt für Studenten: ca. NZ$ 90-120). Wer ein Internship anvisiert, sollte einen Anzug parat haben, also entweder mitnehmen oder hier kaufen. Völlig versnobte Menschen lassen sich einen Anzug beim Stop-Over in Singapur schneidern (Hallo Leo!).

Deutsche Jura-Bücher

Es lohnt sich nach unseren Erfahrungen im Allgemeinen nicht, deutsche Jura-Bücher mitzunehmen. Abgesehen davon, dass diese meist ziemlich viel wiegen, kann man vor Ort in der gut sortierten Law Library auf eine Vielzahl relativ aktueller deutscher Kommentare, Lehrbücher und Zeitschriften zurückgreifen. Überdies drängen die Dozenten und Master-Paper-Betreuer darauf, dass man mit dem vor Ort vorhandenen Material auskommt und nur allgemein zugängliche Quellen zitiert.

Internationaler Führerschein

Nach unseren Erfahrungen und dieser Seite hier braucht Ihr bei einem Aufenthalt von bis zu einem Jahr keinen Internationalen Führerschein in Neuseeland, weder um ein Auto zu fahren, zu mieten noch zu kaufen und zuzulassen. Ich will allerdings nicht ausschließen, dass ein Internationaler Führerschein (Kostenpunkt: ca. 15 Euro) etwaige Kontakte und den Umgang mit der Verkehrspolizei erleichtert. Auch manche Kfz-Versicherungen in Neuseeland verlangen einen Internationalen Führerschein. Weiterführende Informationen hierzu finden sich auf der Webseite von Land Transport NZ. Wichtig ist, dass man bei einem Aufenthalt über einem Jahr ggf. eine neuseeländische Fahrerlaubnis benötigt.

Handys, Akkus und Adapter

Wer überlegt, sein (Vertrags-)Handy mitzunehmen, sollte in Deutschland bei seinem Vertragspartner nachfragen, ob man den Vertrag für die Dauer des Auslandsaufenthaltes „ruhen lassen“ kann. Eine Warnung: Bei vielen von uns hat der Akku des mitgebrachten Handys die hiesige Stromstärke/Spannung nicht vertragen und ist kaputtgegangen. Tipp: Akku in Neuseeland kaufen (ca. NZ$ 60). Die Akku-Problematik ist auch bei anderen Geräten aufgetreten, wie z.B. Rasierern.

Wo man am billigsten einen Adapter für Neuseeland bekommt, weiß ich nicht genau. In Deutschland habe ich es nicht versucht. Wer auf Flughäfen in Australien oder Neuseeland ein Angebot für unter NZ$ 14 sieht, sollte zugreifen, billiger wird es kaum. Mehr als einen Adapter benötigt man eigentlich nicht.

Laptops

Die meisten von uns haben ihren Laptop aus Deutschland mitgenommen, ihn aber nur zu Hause und nicht in der Law Faculty benutzt. Um in den Wohnheimen oder in der Law Faculty mit dem eigenen Laptop im Internet surfen zu können, benötigt Ihr eine Netzwerkkarte (10/100 ethernet card). Wer seinen Laptop auch in der Law Faculty benutzen möchte (ca. 20 Laptop Ports sind vorhanden), muss ihn vorher vom Student Computing Service (SCS) speziell konfigurieren lassen. Nachteil hier: Man konnte über den Laptop weder auf die eigene SCS-Festplattenpartition noch auf die umfangreichen Databases der Law Library (Westlaw, Lexis, etc.) zugreifen.

5. GELDFRAGEN

5.1. Studiengebühren

Nach einem Regierungsabkommen (scroll down) zwischen Deutschland und Neuseeland müssen deutsche LL.M.-Studenten in Neuseeland die gleichen Studiengebühren (tuition fees) wie Neuseeländer zahlen, statt der wesentlich höheren internationalen Gebühren. Für den Zeitraum Februar bis Dezember 2003 beliefen sich die Studiengebühren für uns auf NZ$ 3.500 plus einen Nachschlag von ca. NZ$ 250 - 300, umgerechnet also insgesamt ca. 1.900 Euro (Umrechnungskurs vom 23. Juni 2003). Mit einem Nachschlag ist übrigens immer zu rechnen, da sich der Vorauszahlungsbetrag am Vorjahr orientiert.

Man sollte sich für beide Tranchen (die große Vorauszahlung und die kleine Nachzahlung) eine Zahlungsbestätigung ausstellen lassen, um diese später bei der Steuererklärung geltend machen zu können.

5.2. Bildungskredit

Wer zur Finanzierung seines Aufenthaltes eine Kreditaufnahme in Betracht zieht, kann vor Reiseantritt (oder auch erst in Wellington) beim Bundesverwaltungsamt in Deutschland einen Bildungskredit beantragen. Es empfiehlt sich, den Antrag frühzeitig im Jahr zu stellen, denn die zur Verfügung stehenden Mittel sind begrenzt und der Finanzrahmen wird jährlich vom Bundesministerium für Bildung und Forschung festgelegt. Die Voraussetzungen für die Kreditgewährung sind relativ unproblematisch zu erfüllen. Mindestens 10 meiner deutschen Kommilitonen haben zwischen März und Juni 2003 Anträge gestellt, alle wurden bewilligt. Ausgezahlt wurden zwischen 2.000 und 7.000 Euro. Der Kredit ist erst nach vier Jahren in monatlichen Raten von 120 Euro zurückzuzahlen und wird zur Zeit mit 3,22% verzinst.

5.3. Stipendien und Auslandsbafög

In Deutschland vergeben neben dem DAAD auch das Institut Ranke-Heinemann und eine Reihe weiterer Einrichtungen Stipendien für ein LL.M.-Studium in Neuseeland. Wer sich für ein Stipendium bewerben möchte, sollte dies sehr frühzeitig tun. Nach den Erfahrungen von Kommilitonen empfiehlt es sich, bereits bis zu 1½ Jahre vor Studienbeginn die entsprechenden Unterlagen anzufordern.

Aufgrund des bereits erwähnten Abkommens zwischen Deutschland und Neuseelands kann man sich als deutscher Studienbewerber auch für inländische (neuseeländische) Stipendienprogramme für ein LL.M.-Studium bewerben. Hinweise hierzu gibt es bei der Otago University.

Informationen zu Auslandsbafög finden sich schließlich auf den Webseiten des Instituts Ranke-Heinemann.

5.4. Banken, Bargeld und Kreditkarten

Für die Versorgung mit Bargeld in Wellington und Neuseeland kann ich zwei Lösungen empfehlen:

Variante A: Wer ein Girokonto bei der Deutschen Bank (24) hat, kann mit der EC- oder SB-Karte und seiner PIN ohne zusätzliche Gebühren an allen Automaten der WESTPAC TRUST Bank, dem Kooperationspartner der Deutschen Bank in Neuseeland und Australien (scroll down), Bargeld abheben. Eine Übersicht zur Verbreitung von WESTPAC Filialen und Automaten in Wellington findet Ihr hier.

Praktischerweise hat die WESTPAC auch Filialen (teils mit Automaten) auf Vanuatu und den Fiji Inseln. Man kann keine Schalter-Geschäfte tätigen, die Kartennutzung ist auf die Automaten beschränkt. Da wir die Miete und andere größere Ausgaben (z.B. für Reisen) problemlos in bar begleichen konnten, musste ich in Neuseeland kein Girokonto einrichten. Fragt in Eurer Deutsche-Bank-Filiale ruhig mehrmals penetrant nach dieser Form der Kontonutzung im Ausland, manchmal haben die Mitarbeiter selbst keine Ahnung davon.

Variante B: Man kann auch ein Konto bei einer Neuseeländischen Bank, zum Beispiel der National Bank, eröffnen. Für internationale Studenten bietet diese Bank ein International Student Package an. Kontoeröffnung, -führung und -transaktionen sind kostenlos. Das Guthaben auf diesem Konto kann unter bestimmten Voraussetzungen mit bis zu 4,50% p.a. verzinst werden, so dass sich die hohen Gebühren für die Auslandsüberweisung auf dieses Konto aus Deutschland wieder ausgleichen. Im Paket enthalten ist eine All-in-One-Bankkarte, mit der man am bargeldlosen Zahlungsverkehr (EFTPOS) in Neuseeland teilnehmen kann. Mit so einer EFTPOS-Karte kann man ohne zusätzliche Gebühren wirklich fast überall (Tankstellen, Shops, Kaufhäuser, Kneipen, Restaurants, Kiosks, etc.) auch Kleinstbeträge bargeldlos bezahlen. Andere neuseeländische Banken bieten ähnliche, für internationale Studenten maßgeschneiderte Produkte an.

Daneben ist der Besitz einer Kreditkarte (am besten Master oder VISA) sehr empfehlenswert. Bei manchen Transaktionen (Mietwagen, Fernseher mieten, Reservierungen aller Art) wird eine Kreditkarte auch mal als Identifikationsmittel oder Sicherheit verlangt.

5.5. Lebenshaltungskosten in Wellington

Die Lebenshaltungskosten in der Hauptstadt Wellington liegen etwas über dem neuseeländischen Landesdurchschnitt, aber wohl unter dem deutschen Durchschnitt. Die Victoria University hat eine Aufstellung der Gesamt-Lebenshaltungskosten für einen einjährigen LL.M.-Aufenthalt ins Netz gestellt. Daneben gibt es noch eine Gesamtkostenschätzung für einheimische Studenten. Inwieweit diese Angaben realistisch sind, lasse ich mal dahingestellt sein. Unsere Preis-Erfahrungen spiegelt folgende kleine Liste wider:

1 Liter Milch (Supermarkt in der City): NZ$ 1,70
0,6 Liter Cola (Take-Away in der City): NZ$ 2,20-2,60.
1x Take-Away-Essen (Chinesisch, Sushi, Kebap, Burger, etc): NZ$ 5-7 (Portionen machen satt!)
1 x Kino: NZ$ 8-12;
12 Flaschen (0,33l) Bier: NZ$ 11-15;
1 Pint Bier in der Kneipe: NZ$ 4-5;
1 Liter Benzin: NZ$ 0,99; Diesel: NZ$ 0,64
1x Gut Essen gehen: unter NZ$ 20;
1x Uni-Arzt (halbe Stunde): NZ$ 15;
Zahnarzt Check-up: NZ$ 35.

Allgemein ist der Lebensmitteleinkauf in Wellington im Schnitt ein bisschen teurer als in Deutschland, da es kaum Discounter wie ALDI gibt. Der Nachteil, dass es an der Uni bzw. der Law Faculty keine Mensa gibt, wird durch die zahlreichen und günstigen Fast Food und Take-Away-Angebote in der unmittelbaren Umgebung wieder ausgeglichen.

6. VERSICHERUNGEN

Um sich an der Victoria University einschreiben zu können, muss man vorher eine Krankenversicherung abschließen. Inzwischen bietet die VUW selbst eine sog. Student Safe University Insurance (NZ$ 445 für das akademische Jahr 2005) an, die neben einer Krankenversicherung auch noch eine Reisegepäckversicherung u.ä. bietet. Der Vorteil dieser Versicherung ist, dass sie den Versicherungsrichtlinien des neuseeländischen Bildungsministeriums (Code of Practice for the Pastoral Care of International Students) entspricht. Andere Anbieter wie Unicare und Southern Cross bieten ebenfalls maßgeschneiderte Studenten-Pakete an. Aber Achtung: Die teils komplizierten englischenVersicherungsvertragsklauseln sollte man immer genau durchlesen. Einige der Versicheru ngen decken nicht die Kosten für einfache Zahnbehandlungen (außer dental injury und pain relief), geschweige denn für Zahnersatz ab.

In Deutschland bietet unter anderem die DKV eine relativ kostengünstige Auslands(reise)krankenversicherung an. Wer eine solche Versicherung in Deutschland abschließt, muss aber vorher überprüfen lassen, ob der Versicherungsschutz den Richtlinien des neuseeländischen Bildungsministeriums entspricht. Dazu sollte man der VUW eine Kopie der Versicherungspolice übermitteln. Dies sollte frühzeitig geschehen, so dass für eine Prüfung ausreichend Zeit bleibt. Entspricht der Versicherungsschutz nicht den Vorschriften oder übersendet man die Police zu spät, so erfolgt zumeist eine Zwangsversicherung über den bevorzugten Anbieter der Universität.

Weitere Informationen zu Krankenversicherungen findet man auf den Webseiten des Instituts Ranke-Heinemann.

7. WOHNEN

Die Victoria University unterhält eine Reihe von Studentenwohnheimen und Apartmentblocks. Daneben kann man sich natürlich auch selbständig um eine Privatunterkunft in Wellington kümmern. Der AccommodationService der Victoria University hilft dabei. Fündig werden kann man auch in den Mittwochs- und Samstagsausgaben der Dominion Post, der größten Zeitung Wellingtons. Bis man etwas Endgültiges gefunden hat, kann man im Downtown Backpackers, einer der besseren Jugendherbergen Wellingtons, unterkommen. Das Downtown Backpackers liegt in der Nähe der Law Faculty und der Busstation, die City ist 5 Fußminuten entfernt. Einen Schlafsack muss man hier nicht mitbringen.

7.1. Stafford House

Da viele von uns deutschen LL.M.-Studenten dort gewohnt haben (und das bei unseren Nachfolgern anscheinend auch der Fall gewesen ist), im Folgenden einige Informationen zu diesem Studentenwohnheim und eine ausdrückliche Empfehlung.

Lage

Von seiner Lage her ist das StaffordHouse für LL.M.-Studenten ideal. Die Law Faculty, an der man 99,9% seiner Studienzeit verbringt, ist nur 2 Fußminuten entfernt. Der Weg weist kaum Steigungen auf und ist größtenteils überdacht, ein enormer Vorteil im Herbst und Winter. Stichwort Steigungen: Lasst Euch nicht von den Kampus-Karten (die Law Faculty ist Teil des Pipitea-Kampus) täuschen. Wellington ist in einen großen, zum Meer hin abfallenden Hang hineingebaut. Die anderen Wohnheime liegen zum Teil weit oberhalb der Law Faculty, und sich abends bei Gegenwind und Regen mit den Einkäufen aus der Stadt im Rucksack einen Hang hochzukämpfen, weil man einen der eher unregelmäßig fahrenden Busse verpasst hat, ist vielleicht auch nicht jedermanns Sache.

Das Stafford House ist überdies nur 5 Fußminuten vom Lambton Quay entfernt, der Haupteinkaufsstraße Wellingtons. Post, Banken bzw. Geldautomaten, Friseure, ein großer Supermarkt, ein 24/7-Starmarkt, ein Food Court, der Bahnhof und der Hafen liegen ebenfalls in unmittelbarer Nähe.

Miet- und Nebenkosten

Die (Warm-)Miete für ein Zimmer beträgt für 2005 NZ$ 145 pro Woche. In der Miete enthalten war bei uns die Telefonanschlußgebühr von damals NZ$ 3 pro Woche und Person. Daneben addierten sich zur Miete bei uns noch folgende Kosten:
Internetanschluss (optional): einmalige Anschlussgebühr NZ$ 20 + NZ$ 12 Nutzungsgebühr für 200 Mb pro Woche und Person; die Surf-Geschwindigkeit war eher schlecht. Die modernen Computer in der Law Faculty sind schneller und die Internet-Nutzung kostenlos;
Kaution: NZ$ 400, werden vor Beginn des Mietverhältnisses fällig;
Strom: ca. NZ$ 30-40 pro Monat und Person.

Die Apartments

Das Stafford House (13 Stockwerke) ist das neueste und modernste der Studentenwohnheime und besteht aus 105 Apartment-Einheiten. Die Apartments bestehen fast alle aus drei Zimmern, es gibt nur 14 Zwei-Zimmer-Apartments. Letztere sind zum Teil den sog. Residential Assistants (RAs), einer Art studentischer Flurwarte, vorbehalten und daher relativ schwer zu bekommen.

Zur Einrichtung: Die im Gemeinschaftsraum befindliche Küche ist mit Mikrowelle, Geschirrspüler, zwei Herdplatten, aber keinem Ofen ausgestattet. In Küche oder Bad ist eine Waschmaschine mit eingebautem Trockner, Bügeleisen und -brett sind (waren) vorhanden. Die Zimmer sind eher zweckmäßig mit Bett, Nachtisch, Schreibtisch plus Stuhl und einem Kleiderregal eingerichtet. Alle Zimmer haben einen Internet- („Jetstream“) und einen Fernsehantennenanschluss. Das komplette Bettzeug inkl. Duvet und Kissen muss man selbst besorgen, am billigsten im "Warehouse" in der Victoria Street, Wellington. Da wir die Erstbezieher der Apartments waren, sind diese in einem vergleichsweise guten Zustand.

Bewerbung

Wer ab Beginn des ersten Trimesters, also ab Februar/März in einem Studentenwohnheim wie dem Stafford House wohnen möchte, sollte seine
Bewerbung am besten bis zum 1. Oktober des Vorjahres an den Accommodation Service der Victoria University schicken, um in der ersten Auswahlrunde berücksichtigt zu werden. Spätere Bewerbungen sind nicht weiter schlimm, aber es kann etwas länger dauern und schwieriger sein, ein Zimmer in seiner „Wunsch-Hall“ zu ergattern. Die Bewerbung für einen Wohnheimsplatz ist auch online möglich. In jedem Fall sollte man ein Empfehlungsschreiben (Reference Form) seines ehemaligen Vermieters beifügen. In der Praxis kann aber auch der/die aktuelle WG-Mitbewohner/in in Deutschland bescheinigen, dass man eine anständige Person ist J. Die Mietverträge mit den Halls laufen meist bis Mitte November, was obskurerweise als ’full year’ bezeichnet wird. Wer vorher ausziehen will, muss dennoch die volle Miete bis November zahlen. Noch ein Tipp für Wohnheimsinteressenten: Wer es lieber ruhig in seiner Bude hat, sollte das auf alle Fälle in den Bewerbungsunterlagen an den vorgesehenen Stellen (type of person) deutlich machen. Wir haben neben zwei E-Gitarren gewohnt... J.

Bescheinigung für die Steuer

Für die spätere steuerliche Berücksichtigung empfiehlt es sich, sich die Kosten der Unterkunft (und ggf. Verpflegungskosten) von der Wohnheimsverwaltung schriftlich mit Stempel und Unterschrift bestätigen zu lassen. Die Bestätigung sollte die Wohndauer und den monatlichen Mietzins ausweisen.

8. WELLINGTON

Nach unseren Erfahrungen trifft man mit Wellington als Studienort eine sehr gute Wahl, in Neuseeland vermutlich sogar die beste. Kompakter als Auckland, mondäner als Christchurch (Canterbury) und urbaner als Waikato, liegt Wellington landschaftlich reizvoll in einer Bucht am Südzipfel der Nordinsel. Das Wetter ist im Sommer warm (im Schnitt 20 Grad), im Winter mild (im Schnitt 10 Grad), nur der viele Wind nervt manchmal. Als Hauptstadt verfügt Wellington über eine abwechslungsreiche Innenstadt, ein reichhaltiges kulturelles Angebot und unzählige Kneipen, Bars, Cafes und Restaurants. Eine Karte und Informationen zu einigen der vielen Attraktionen Wellingtons findet Ihr hier.

Während meines Aufenthaltes hier habe ich, von Kleinigkeiten mal abgesehen, in Wellington eigentlich nichts vermisst und mich hier sehr wohl gefühlt.

Mit unseren Erlebnissen und Ausflügen will ich Euch an dieser Stelle nicht behelligen, außerdem würde es den Rahmen dieses Berichts sprengen. Nur ein persönlicher Tipp für einen kleinen Tagesausflug: Morgens mit der Tranz Metro (S-Bahn) von Wellingtons Bahnhof nach Paraparaumu an der Westküste nördlich von Wellington, vom Bahnhof dort mit dem Bus nach Waikanae bis an den Strand, und dann eine Strandwanderung nach Süden durch die Waikanae-Flussmündung (Achtung: Nur bei Ebbe möglich!) mit Blick auf Kapiti Island bis nach Paraparaumu Beach. Abends von dort mit dem Bus zurück nach Paraparaumu und mit der S-Bahn nach Wellington.

9. ZURÜCK IN DEUTSCHLAND

9.1. Führung des LL.M.-Titels in Deutschland

Vor 2005 bedurfte die Führung eines im Ausland erworbenen akademischen Grades der (meist kostenpflichtigen) Zustimmung des Kultus- oder Wissenschaftsministeriums des Bundeslandes, in dem man seinen ersten Wohnsitz nahm. Zur Vereinheitlichung der teilweise unterschiedlichen Genehmigungspraxis der Länder hat die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder im April 2000 beschlossen, die Führung ausländischer akademischer Grade in Deutschland im Wege einer sog. "Allgemeingenehmigung" künftig grundsätzlich genehmigungsfrei zu gestalten. Der entsprechende Beschluss ist von den Bundesländern bis 2005 einheitlich umzusetzen, was die meisten auch bereits getan haben. Nähere Informationen hierzu findet Ihr in einem Merkblatt der Landesregierung Schleswig-Holsteins. Auskünfte über den Stand der Umsetzung und das jeweils geltende Recht erteilen die Kultusministerien der Länder.

Nach den aktualisierten Hochschulgesetzen der meisten Bundesländer kann danach ein ausländischer Hochschulgrad, der von einer nach dem Recht des Herkunftslandes anerkannten Hochschule aufgrund eines durch Prüfung abgeschlossenen Studiums verliehen worden ist, in der Form, in der er verliehen wurde, unter Angabe der verleihenden Hochschule genehmigungs- und kostenfrei geführt werden. Dabei ist eine nachweislich allgemein übliche Abkürzung (wie LL.M.) zulässig.

9.2. Steuerliche Geltendmachung von Ausgaben für ein LL.M.-Studium

Die Aufwendungen für ein LL.M.-Studium in Neuseeland lassen sich in gewissem Umfang steuerlich geltend machen. Wie der BFH mit Urteil vom 22. Juli 2003 (Az.: VI R 4/02, veröffentlicht in HFR 2004, 215) festgestellt hat, stellen Aufwendungen für ein LL.M.-Studium im Ausland vorab entstandene Werbungskosten (und damit Fortbildungskosten, nicht Ausbildungskosten) bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit dar. Nach Ansicht des BFH besteht ein hinreichend konkreter Zusammenhang mit zu erwartenden Einnahmen aus einer juristischen Tätigkeit. Durch das Auslandsstudium wird das juristische Wissen im internationalen Recht ergänzt und vertieft. Nach erfolgreichem Abschluss dieses Studiums werden die Chancen erheblich verbessert, den erstrebten Arbeitsplatz zu erhalten. Da man in dem Jahr, in dem man dem LL.M.-Studium nachgeht, typischerweise entweder gar nicht oder nur teilweise arbeitet, kann es sein, dass die Ausgaben für den LL.M. und anderer abzugsfähige Positionen die Einkünfte übersteigen. In diesem Fall kann man den überschießenden Negativbetrag als Verlustvortrag auf das nachfolgende Jahr vortragen.

Als absetzbare Kosten kommen grundsätzlich in Betracht:
Studiengebühren (tuition fees), und zwar einschließlich der Nachzahlung in NZ;
Sonstige Bewerbungskosten (Sprachtest,
Reisekosten zum Sprachtest-Ort, Porto, Papier, Kopien, ggf. Beglaubigungen, Übersetzungen, etc.);
Flug- und sonstige An- und Abreisekosten nach NZ;
Umzugskosten;
Studienmaterial (Bücher und Kopierkosten in NZ);
ggf. Kosten für eine doppelte Haushaltsführung.

Zur steuerlichen Absetzbarkeit von Ausgaben für ein LL.M.-Studium hat Arne von Freeden im Mai 2003 einen zweiteiligen Leitfaden (Teil 1 und Teil 2) mit Beispielsrechnungen veröffentlicht. Aber Vorsicht: Das Institut der sog. unechten doppelten Haushaltsführung (Anerkennung der Kosten für eine doppelte Haushaltsführung ohne eigenen Hausstand) ist seit Anfang 2004 abgeschafft. D.h., wer die Kosten für eine doppelte Haushaltsführung im Ausland geltend machen möchte, muss nachweisen, dass er/sie am Heimatort einen eigener Hausstand im steuerrechtlichen Sinne im Inland unterhalten hat.

Wer für die Zeit des LL.M.-Aufenthaltes eine doppelte Haushaltsführung nachweist, kann grundsätzlich zum einen den Verpflegungsmehraufwand für die ersten drei Monate, zum anderen Unterkunfts- bzw. Übernachtungskosten entweder in tatsächlich entstandener Höhe oder als Pauschale geltend machen. Die für Neuseeland jeweils gültigen Pauschbeträge kann man Tabellen entnehmen, die das Bundesfinanzministerium am Anfang eines jeden Jahres veröffentlicht (für 2005 siehe Anlage zum BMF-Schreiben vom 9.1.2004,/ IV C 5 – S 2353 – 108/04 und IV A 6 – S 2145 – 4/04). Für Neuseeland sind das 2005: Verpflegungsmehraufwand EUR 42 für einen vollen Kalendertag; Übernachtungskosten EUR 100.

All denjenigen, die sich für ein LL.M.-Studium in Neuseeland und insbesondere in Wellington entscheiden, wünsche ich einen schönen Aufenthalt in Wellington, viele neue Erfahrungen und Bekanntschaften! Ich bin mir sicher, Ihr werdet es nicht bereuen.

Gute Reise!


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Bewerbung

Zuständig für Ihre Bewerbung ist das Institut Ranke-Heinemann.

Semestertermine

Semester 3/2011
Semesterbeginn:
14.11.2011
Semesterende:
18.02.2012

Semester 1/2012
Orientation:
27.02.2012 - 04.03.2012
Semesterbeginn:
05.03.2012
Semesterende:
04.07.2012

Semester 2/2012
Semesterbeginn:
16.07.2012
Semesterende:
17.11.2012

Semester 3/2012
Semesterbeginn:
19.11.2012
Semesterende:
23.02.2013

Fakten

Anzahl Studierende:
22000

Anzahl ausländische Studierende:
2800

Stadt:
Wellington

Website:
Victoria University of Wellington

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